Objekt der Begierde: Ein Volvo V70 (Symbolbild)

© FREMD/Werk

Chronik Welt
03/23/2021

Warum ein zerkratzter Volvo 20 Millionen Dollar wert sein soll

In New York könnte ein unscheinbarer Familienkombi Rekorde brechen. Das Wertvolle ist nicht der Wagen, sondern das Kennzeichen.

von Philipp Albrechtsberger

Das Automobil ist für viele noch immer ein wichtiges Statussymbol. Für edles oder schnelles Blech werden oft astronomische Preise bezahlt. Um 9,5 Millionen Euro etwa kann man sich mit dem Bugatti Centodieci in 13,1 Sekunden beschleunigen lassen – von 0 auf 300 Kilometer pro Stunde wohlgemerkt.

Beinahe doppelt so viel, etwa 16,8 Millionen Euro (20 Millionen Dollar), müssen Autoliebhaber derzeit in New York City aufbringen, um einen dunkelblauen, zerkratzten Volvo V70 zu erstehen. Die Beschleunigungswerte des Schweden-Kombis sind nicht der Rede wert.

Einmaliges Angebot

Überhaupt ist über die 4,7 Meter lange Familienkutsche nicht viel bekannt. Der Verkäufer verzichtete auf Angaben zu Kilometerstand, Baujahr (irgendwann zwischen 1996 und 2000) oder Ausstattungshighlights. Die Chancen, dass der Wagen um die veranschlagten 20 Millionen US-Dollar einen neuen Besitzer findet, stehen dennoch nicht schlecht.

Die Besonderheit des wohl teuersten Volvo der Welt ist sein Kennzeichen, das mitverkauft wird. Die gelbe Plakette ziert schlicht „NEW YORK“ – ohne irgendeinen Zusatz. Das Schild ist damit nicht nur einmalig (das haben Kennzeichen so an sich), sondern auch heiß begehrt bei Einwohnern des Big Apple.

Teure Autos gibt es in der Millionenmetropole in jeder Avenue zu bestaunen, der Wow-Faktor hält sich bei zwei Millionen zugelassen Fahrzeugen in New York City in engen Grenzen. Mit dem besonderen Wunschkennzeichen, dessen Kopien seit Jahrzehnten ein begehrtes Touristensouvenir sind, lässt es sich aber auch in Manhattan glänzen.

Die Geschichte der im Verkauf anonym gebliebenen Vorbesitzer ist erstaunlich simpel. Das Nummernschild ist seit Erstausstellung in den 1970er-Jahren, als die Stadt Wunschkennzeichen einführte, in Familienbesitz. „In den späten Siebzigern, als ich meinen Vater überredete, dieses Kennzeichen zu bestellen, wusste ich schon, dass es speziell ist. Ich habe bisher nur nie erkannt, wie speziell es wirklich ist“, sagt der Sohn, der aktuell im Besitz von Kennzeichen und Auto ist. 

Das Schild zierte über die Jahrzehnte mehrere Fahrzeuge der Familie. In New York City ist es relativ unkompliziert, ein Kennzeichen auf ein neues Auto zu übertragen. Das macht das unmoralische Angebot auch so interessant. Bei der Verkehrsbehörde der Stadt ist lediglich eine Gebühr in der Höhe von 45 US-Dollar zu entrichten. Die übernimmt laut Angebot netterweise der Verkäufer – was vermutlich nicht sonderlich schwerfällt, sollte auch nur ein Bruchteil des ausgerufenen Summe bezahlt werden.

Schon mehrmals wurde für besondere Kennzeichen viel Geld locker gemacht. 2008 war einen Geschäftsmann aus Abu Dhabi das Nummernschild mit der schlichten Ziffer „1“ zehn Millionen Euro wert.

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