© REUTERS/ROMAN KUTUKOV

Chronik Welt
07/21/2021

Waldbrände verwüsten Sibiriens Taiga

Giftiger Rauch. Der trockenste Sommer seit 150 Jahren lässt Feuer in Russlands äußerstem Nordosten wüten

Es ist die schlimmste Waldbrand-Saison, an die sich die Bewohner in der russischen Region Jakutien erinnern können. Die Nadelwälder der Taiga, in denen mehr als das halbe Jahr Schnee liegt, stehen über Zehntausende Quadratkilometer in Flammen, seit mehr als einem Monat.

Täglich rücken - in alter sowjetischer Tradition – Jugendbrigaden in die Wälder aus, um die Brände einzudämmen. 6500 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Vorerst vergeblich. Der Wald, so beschreiben es die Einheimischen, sei trocken wie Zunder. Eine Folge des trockensten Sommers seit 150 Jahren, und das nachdem schon die letzten fünf Jahre Rekordtemperaturen und akuten Mangel an Niederschlägen gebracht haben.

Giftiger Rauch

Es sind nicht nur die Brände, unter denen die Menschen leiden, sondern vor allem der giftige Rauch, den sie verursachen. „Seit einem Monat schon kann man wegen des dichten Rauchs gar nichts sehen“, beschreibt ein betroffener Dorfbewohner gegenüber der britischen Zeitung Guardian die Situation: „Wir haben die Kinder weggeschickt.“

Bis in die Hauptstadt

Doch der Rauch wird von ungünstigen Winden weiter verbreitet und erreicht inzwischen auch die Hauptstadt der Region, Jakutsk. In vergangenen Jahren lag die Stadt meistens nur einen Tag unter einer Rauchwolke, heuer sind es bereits mehrere Wochen. Die Bewohner sind von den Behörden aufgefordert worden, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Vor allem Kinder sind durch die Gase gefährdet. Es sei, wie ständig neben einem Lagerfeuer zu stehen, beschreibt ein Bewohner den Alltag in Irkutsk, wer sein Fenster auch nur für eine Minute öffne, habe die Wohnung voller Rauch.

New York im Dunst

Auch im Westen der USA wüten Waldbrände seit Wochen und haben etwa im Bundesstaat Oregon etwa 1300 Quadratkilometer zerstört. Rauchschwaden der Waldbrände trüben die Aussichten an der knapp 4000 Kilometer entfernten Ostküste. In Großstädten wie New York schob sich am Dienstag ein dunstiger Schleier vor die Sonne, Behörden warnten vor schlechter Luft auch in Philadelphia oder Washington.

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