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Neue Waldbrände in Spanien und Frankreich: Tausende evakuiert

In Spanien mussten rund 950 Menschen vor einem Feuer in einem Nationalpark fliehen, in Frankreich brennt es gleich an mehreren Orten. Insgesamt sind derzeit zehn Feuer in Spanien aktiv.
Flamme Waldbrand

In den bereits von Waldbränden heimgesuchten Ländern Spanien und Frankreich sind neue Feuer ausgebrochen. In Spanien brennt es in einem Nationalpark an der Grenze zu Portugal. Wegen erheblichen Risiken für die Anrainer seien zwölf Ortschaften rund um die Gemeinde Fermoselle innerhalb des Parque Nacional Arribes del Duero evakuiert worden, teilte die Regionalregierung der Gemeinschaft Kastilien und León mit. Für zwei weitere Ortschaften wurden Ausgangsbeschränkungen angeordnet.

Rund 950 Menschen wurden in der betroffenen Region im Nordwesten Spaniens laut Medienberichten in Sicherheit gebracht. Dazu zählten die Bewohner eines Altenheims in Muga de Sayago, wie die Polizeieinheit Guardia Civil auf X mitteilte.

Derzeit zehn Feuer in Spanien

Ministerpräsident Pedro Sánchez erörterte die Lage der Feuer in Spanien bei einem Treffen mit König Felipe VI. in Palma de Mallorca. Sie hätten ebenfalls über die extreme Gefahr angesichts der Hitze gesprochen, teilte Sánchez anschließend vor der Presse mit. Es sprach von einer äußerst angespannten Waldbrandlage. Derzeit seien in Spanien zehn Feuer unterschiedlichen Ausmaßes aktiv, sagte Sánchez.

Angesichts einer neuen Hitzewelle, die bis Sonntag andauern werde, rief er die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf. Sánchez kündigte zudem an, die Europäische Kommission gebeten zu haben, in Son Sant Joan auf Mallorca ein neues europäisches Zentrum für die Brandbekämpfung einzurichten.

In einigen Gebieten Spaniens entspannt sich die Lage inzwischen langsam weiter. Die Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen werden nach und nach aufgehoben. Allerdings dürfen noch rund 9.500 Menschen, alle in der Autonomen Gemeinschaft Madrid, weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren. Das Feuer in der Sierra Norte im Westen der Gemeinschaft gilt inzwischen als endgültig stabilisiert, ebenso wie das Feuer in der angrenzenden Provinz Toledo südwestlich von Madrid. In Ávila wurden alle die Ausgangssperren und Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben.

Mehrere hundert Menschen in Frankreich evakuiert

Auch in mehreren Regionen Frankreichs brachen erneut Waldbrände aus. Im südfranzösischen Departement Var, wo zuvor bereits Brände gewütet hatten, brach im Bereich der Kleinstadt Brignoles ein Feuer aus, wie das Departement am Abend mitteilte. 600 bis 700 Menschen mussten evakuiert werden und 100 Hektar Fläche gerieten in Brand. Mit 250 Feuerwehrleuten, sieben Löschhubschraubern und vier Löschflugzeugen wurden die Flammen bekämpft.

Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet, wo es vor zwei Wochen bereits gebrannt hatte. Evakuierungen waren dort nicht geplant, wie die Zeitung „Ouest-France“ unter Verweis auf die Einsatzkräfte berichtete. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen mit Unterstützung von Landwirten, die mit ihren Fahrzeugen Wasser für die Löschwagen in den Wald schafften.

Bevölkerung soll sich vor gefährlichem Rauch schützen

Ein größerer Brand brach im Burgund in der Gemeinde Couchey in der Nähe der Großstadt Dijon aus. 125 Hektar Fläche wurden bereits in Mitleidenschaft gezogen, teile das Departement am Abend mit. 150 Feuerwehrleute, 78 Löschfahrzeuge und zwei Löschhubschrauber waren im Einsatz. Wegen des gesundheitsgefährdenden Rauchs wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich möglichst nicht draußen aufzuhalten und Türen und Fenster geschlossen zu halten.

An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo die bisher massivsten Brände der Saison in Frankreich auf einer Fläche von 42.000 Hektar gewütet hatten, kämpfte die Feuerwehr bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und kräftigem Wind gegen neu aufflammende Brandherde. Ein erneutes Ausbreiten des Brandes konnte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot verhindern.

Aussichten am Atlantik positiv

„Wenn die Nacht gut verläuft, kann man für die Einwohner und Touristen hinsichtlich des morgigen Tages und der kommenden Tage durchaus optimistischer sein, da günstige Wetterbedingungen vorhergesagt werden“, sagte die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, wie „Ouest-France“ berichtete. Sie äußerte die Hoffnung, „eine Rückkehr zur Normalität für die Einwohner und die Unternehmen, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, ins Auge fassen zu können“. 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden.

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