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Chronik Welt
04/11/2020

Italien überholt: USA haben weltweit die meisten Corona-Toten

Mehr als 20.000 Menschen sollen in den USA bisher an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sein.

Unterschiedliche Statistiken und Aufzeichnungen führen zum selben Ergebnis: Mit Stand Samstagabend sind in keinem Land der Welt mehr Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, als in den USA.

Laut Reuters-Berechnungen - die sich auf offizielle Behörden beziehen - stieg die Zahl der Corona-Toten in den USA auf mehr als 20.000. In Italien - bisher Spitzenreiter in dieser traurigen Statistik - forderte die Pandemie bislang 19.468 Opfer, in Spanien 16.353.

Allein in den letzten vier Tagen starben pro Tag rund 2.000 Personen in den USA - auch das ist Rekord.

Italien: Viruswelle noch nicht überwunden

Der Zivilschutz in Rom geht davon aus, dass sich in Italien bisher mehr als 150.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. In den vergangenen 24 Stunden sollen 619 Menschen an den Folgen des Virus gestorben sein.

Die Werte unterstreichen das Gewicht der Mahnungen von Experten aus den vergangenen Tagen, dass das Land die Viruswelle noch nicht überwunden habe. Auch Politiker hatten die 60 Millionen Bürger am Freitag und Samstag aufgerufen, unbedingt über Ostern zu Hause zu bleiben und die Ausgangsverbote zu beachten.

Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte das Maßnahmenpaket im Kampf gegen die Corona-Krise am Freitag um rund drei Wochen bis zu 3. Mai verlängert. Auch viele Unternehmen sind aus Gründen des Gesundheitsschutzes weiter geschlossen.

Vorsicht bei Vergleichen

Andere Zahlen, aber kein anderes Endresultat liefert die in Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität. Demnach starben in den USA mindestens 18.860 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, in Italien mindestens 18.849 Infizierte.

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es auch deutlich mehr bestätigte Infektionen. Laut John Hopkins sind es mehr als 500.000. Die Zahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgröße, Testquote und einer hohen Dunkelziffer aber nur begrenzt vergleichen.

Neustart der US-Wirtschaft? New York zurückhaltend

Das Epizentrum der Corona-Krise in den USA ist der Bundesstaat New York. Auf der Insel Hart Island - sie besteht de facto aus einem riesigen Armenfriedhof - wurden bereits am Freitag vorerst vorübergehend Corona-Tote bestattet, weil Kühlhäuser und Kühltrucks überfüllt und Bestattungsunternehmen über keine Ressourcen mehr verfügen.

Hart Island: Provisorische Beerdigungen

Hart Island: Provisorische Beerdigungen

Hart Island: Provisorische Beerdigungen

Hart Island: Provisorische Beerdigungen

Hart Island: Provisorische Beerdigungen

Hart Island: Provisorische Beerdigungen

Gouverneur Andrew Cuomo hat wohl auch angesichts dieser einschneidenden Bilder vor einer zu frühen Wiedereröffnung der durch die Corona-Krise angeschlagenen Wirtschaft gewarnt. Er werde nicht zwischen verlorenen Leben und verdienten Dollars wählen, sagte Cuomo am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Ich bin nicht bereit, diese beiden Dinge zu trennen."

Angesichts der sich stabilisierenden Patientenzahlen in Krankenhäusern in dem Bundesstaat werden Rufe nach einem Neustart der Wirtschaft lauter. Cuomo aber warnte vor einer erneuten Infektionswelle, über Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen könne nur schrittweise entschieden werden.