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© APA/AFP/TORU YAMANAKA / TORU YAMANAKA

Chronik Welt
08/01/2020

US-Soldaten infiziert: Notstand in Japan

395 Infizierte zählt die japanische Präfektur Okinawa derzeit. Für 248 der Fälle gelten US-Streitkräfte verantwortlich.

Die japanische Präfektur Okinawa gilt als unversenkbarer Flugzeugträger der USA: Rund 20.000 Soldaten der US-Marine sind auf der Halbinsel stationiert, hinzu kommen tausende weitere Streitkräfte anderer Armee-Einheiten. Den USA dient die Präfektur als strategisch wichtiger Stützpunkt im Ostchinesischen Meer. Es ist nicht weit nach China, Taiwan und Nordkorea. 

Als sonderlich beliebt gelten die US-Streitkräfte in der Präfektur Okinawa schon länger nicht mehr. Die japanische Bevölkerung wirft ihnen Umweltverschmutzung in großem Stil vor, reger Flugverkehr führe zu Lärmbelästigung und auch die Kriminalität sei durch die Präsenz der US-boys gestiegen. 1996 etwa wurde bekannt, dass drei GIs ein zwölfjähriges japanisches Mädchen entführt und vergewaltigt haben. 

Nun ein weiterer Dorn in der Beziehung, der die Spannungen zwischen der US-Armee und der Bevölkerung zusätzlich anheizt: Weil unter den US-Streitkräften die Coronazahlen sprunghaft steigen, sah sich Okinawa gezwungen, den Notstand auszurufen. Gouverneur Denny Tamaki forderte die Menschen auf, zwei Wochen zu Hause zu bleiben und nicht unbedingt notwendige Ausflüge zu vermeiden.

Die im Süden Japans liegende Inselkette hatte zuletzt täglich neue Rekord-Fallzahlen verzeichnet, von denen die meisten bei den dort stationierten US-Streitkräften festgestellt wurden.

"Wir sehen eine explosionsartige Ausbreitung von Infektionen", sagte Tamaki vor Reportern. Der Notstand werde bis zum 15. August verhängt, da die Krankenhäuser mit der Welle an Neuinfektionen überfordert seien. Die Beschränkungen sind im Gegensatz zu ähnlichen Maßnahmen in Europa nicht verpflichtend, dennoch werden die Vorgaben von den Japanern in der Regel respektiert.

71 neue Fälle meldete Okinawa am Freitag, womit sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 395 erhöhte. Nach Angaben der örtlichen Behörden sind die US-Streitkräfte für 248 der Fälle verantwortlich.

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