Scheinbar heile Welt  im Jahr 1995: Diana mit Ehemann Charles und den Kindern Harry und William 

© APA/AFP/JOHNNY EGGITT

Chronik Welt
05/22/2021

Turbulente Zeiten für die britischen Royals

Nach den Anwürfen von Prinz Harry gegen das Königshaus erschüttern Enthüllungen um das spektakuläre Interview von Lady Di vor ihrem Tod das Hause Windsor.

„In aller Kürze: Mit Schottland verbinde ich eine meiner schönsten Erinnerungen und auch meine traurigste.“ Diese emotionalen Worte fand Prinz William, 38, bei der samstägigen Eröffnung der Generalversammlung der Church of Scotland. Denn „ich war in Balmoral (einem Schloss), als mich die Nachricht vom Tod meiner Mutter erreichte, dunkle Tage der Trauer folgten.“

Neueste Enthüllungen um Lady Diana, die frühere Frau von Prinz Charles, erschütterten diese Woche das britische Königshaus. Und ließ Prinz William seine sonst geübte verbale Zurückhaltung ablegen. Die „hinterlistige Art“, durch die der BBC-Reporter Martin Bashir das Interview mit seiner Mutter bekommen habe, habe „wesentlich“ zur Zerrüttung der Ehe der Eltern beigetragen und zu „Furcht, Paranoia und Isolation“ seiner Mutter geführt. Prinz Harry machte das Interview gar mitverantwortlich für ihren späteren Tod.

„Zu dritt in dieser Ehe“

Eine Untersuchung hatte ergeben, dass der Journalist dem Bruder von Lady Di, Charles Spencer, gefälschte Kontoauszüge präsentiert hatte, die nahelegten, dass Mitarbeiter am Hof dafür bezahlt würden, seine Schwester auszuspionieren. Daraufhin brachte Spencer die beiden zusammen. Die Folge war das legendäre Interview aus dem Jahr 1995, in dem Prinzessin Diana die Affäre ihre Mannes mit seiner heutige Frau Camilla für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich machte: „Wir waren zu dritt in dieser Ehe.“ Im Jahr darauf erfolgte die Scheidung, wieder ein Jahr später starb Diana bei einem Autounfall in Paris.

Die jetzt bekannt gewordenen Details beherrschten nicht nur die Schlagzeilen im britischen Blätterwald, sie erreichten auch die Politik. Premier Boris Johnson fordert, dass sich Selbiges nie mehr wiederholen dürfe. Justizminister Robert Buckland nannte die Umstände des Zustandekommens des Interviews „unerträglich“ und stellte eine grundlegende Erneuerung der BBC in den Raum. Die Nachrichtenagentur veröffentlichte eine „umfassende und bedingungslose Entschuldigung“. Alle erhaltenen Auszeichnungen im Zusammenhang mit dem Interview, das fast 30 Millionen Zuseher hatte, werde man zurückgeben.

Dies alles trifft das Königshaus in einer ohnehin angespannten Lage. Nach dem Interview, das Prinz Harry und seine Frau Meghan gegeben hatten und in dem sie scharf ins Gericht mit Windsor gegangen waren, kam es zum Zerwürfnis mit Bruder William. Selbst als die beiden gemeinsam am Grab ihres Großvaters, Prinz Philip, standen, kam es zu keiner Versöhnung. Im Gegenteil: Der jüngere Sohn von Lady Diana fuhr zurück in seine neue US-amerikanische Wahlheimat und legte noch einiges nach. Folge: Mittlerweile ist eine Mehrheit der Briten dafür, dass dem Paar die Titel aberkannt werden sollen. Noch dürfen sie sich Herzog und Herzogin von Sussex nennen.

Erstmals Kate getroffen

Dem Herzog von Cambridge, also Prinz William, hingegen macht niemand den Adelstitel streitig. Die Nummer zwei in der Thronfolge (nach seinem Vater Charles) und seine Frau Kate sind sehr beliebt bei den Briten. Und, so führte der 38-Jährige am Samstag in Edinburgh aus, „getroffen habe ich sie zum ersten Mal in Schottland“. Daher rührten die schönsten Erinnerungen an diesen Teil des Königreiches.

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