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Chronik Welt
01/27/2022

Trotz Omikron-Welle: Welche Länder Öffnungsschritte setzen

Die Zahl der Neuinfektionen steigt rasant an, doch Länder wie die Niederlande oder die spanische Region Katalonien lockern ihre Maßnahmen.

Fünf Wochen waren sie geschlossen: Nun dürfen Gaststätten, Theater, Museen und Kinos in den Niederlanden wieder öffnen - von 5 bis 22 Uhr. Bei Fußballspielen dürfen die Stadien wieder eine begrenzte Zahl von Besuchern zulassen. So kündigte es Premier Mark Rutte am Dienstagabend an. Er setzt damit erste Schritte in Richung Öffnung und Normalität.

Obwohl die  Zahl der Neuinfektionen in seinem Land inzwischen rasant steigt. In den vergangenen sieben Tagen waren mehr als 366.000 neue Infektionen registriert worden, gut 50 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Inzidenz liegt bei mehr als 2.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In Österreich lag der entsprechende Wert am Mittwoch bei ebenfalls über 2.000.

"Keine kleine Grippe"

Mit Blick auf die hohen Zahlen, erklärte Rutte, dass sie "bewusst ein Risiko" nehmen. Die Omikron-Variante verbreite sich zwar viel schneller, Menschen erkrankten aber nicht so schwer, so der Premier. Gesundheitsminister Ernst Kuipers warnte gleichzeitig davor, falsche Schlüsse zu ziehen. "Omikron ist keine kleine Grippe." Die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystem sei nach wie vor groß.

Wohl auch deswegen gilt in den Niederlanden weiterhin das Tragen von Masken, zudem wird empfohlen, 1,5 Meter Abstand einzuhalten. Mit einem Corona-Pass müssen Besucher nachweisen, dass sie getestet, geimpft oder genesen sind.

 

Neben den Niederlanden lockert auch ein anderes Land mit Rekord-Inzidenzen seine Maßnahmen: Dänemark. Ab dem 1.2 will die Regierung sämtliche Einschränkungen abschaffen. Dazu gehören etwa die Maskenpflicht in Innenräumen, der Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen nur für Geimpfte, Genesene und Getestete sowie Einschränkungen für die Gastronomie. Bleiben sollen aber die Maßanhmen in puncto Einreise: Wer nach Dänemark will, braucht einen negativen Test oder Impfnachweis.

Laut Gesundheitsminister Magnus Heunicke wolle die Regierung mit der Lockerung einer entsprechenden Empfehlung von Experten folgen. Diese waren zu dem Schluss gekommen, dass die Krankenhauseinlieferungen nicht mehr an die Infektionszahlen gekoppelt seien.

Aufgrund der Booster-Impfung hätte man die Zahl der Krankenhauseinweisungen gut im Griff, heißt es weiter. Die Dänen liegen mit 58,4 Prozent weit vorne und haben mit 82,4 Prozent generell eine der weltweit höchsten Impfraten. Österreich hält vergleichsweise bei 74 Prozent Durchimpfungs- und 48 Prozent Boosterrate.

Mittlerweile zirkuliert in Dänemark allerdings eine neue Untervariante von Omikron, genannt BA.2, die für rund die Hälfte aller Fälle verantwortlich sei soll. Wichtige Daten zur Übertragung und der Krankheitsschwere von BA.2 fehlen Experten zufolge aber noch. Auch ob die Variante den Immun- und Impfschutz umgehen kann, sei noch nicht klar. Nur so viel ist bekann: Es handelt sich mögicherweise um eine noch leichter übertragbare Untervariante handelt. Sie wurde bereits in Deutschland, Frankreich und Österreich sowie eine Reihe weiterer Länder nachgewiesen.

Katalonien beendet wohl 3-G-Regel

Das Covid-Komittee der spanischen Region Katalonien überlegt unterdessen, die 3-G-Regel in der Gastronomie zu beenden. Die dazu nötige Resolution soll heute Donnerstag beschlossen und noch in der Nacht auf Freitag in Kraft treten. Schon bisher gab es in Kinos zum Beispiel, anders als in Österreich, keine 3-G-Regelung. Künftig soll das auch für Fitnessstudios, Bars und Restaurants gelten.

In Spanien kann jede autonome Region selbst über ihre Corona-Maßnahmen entscheiden. So gibt es in der Hauptstadt Madrid bereits seit einiger Zeit keine 3-G-Regelung mehr. Auf den Balearen (zu denen Mallorca gehört) bleiben die Restriktionen unterdessen aufrecht.

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