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„Sind sehr enttäuscht“: Klosterfrauen bangen um ihr Strandbad

Seit dem Jahr 1946 betreiben Nonnen in Spotorno ein Strandbad mit Sommerhort. Nun soll die Konzession öffentlich ausgeschrieben werden.
Strand von Spotorno, Italien

Zusammenfassung

  • In Spotorno sorgt die geplante Neuvergabe von sieben Strandkonzessionen, darunter des seit 1946 von Nonnen betriebenen „Bagni Gino Garrone“, für Streit.
  • Die Ordensschwestern fürchten, dass der Verlust der Konzession ihren Sommerhort für Kinder und weitere soziale Angebote gefährden könnte.
  • Die Gemeinde verweist auf regionale und europäische Vorgaben für mehr frei zugängliche Strände und eine transparente Ausschreibung ohne Garantie für den Erhalt der Konzession.

In Spotorno an der Küste der norditalienischen Region Ligurien sorgt der Streit um einen Strandabschnitt zwischen der Gemeinde und einem von Ordensschwestern betriebenen Strandbad für heftige Diskussionen. Die Schwestern des Ordens „Carità di Santa Mariabetreiben den Strand „Bagni Gino Garrone“ seit 1946 und organisieren dort unter anderem seit Jahrzehnten einen Sommerferienhort für Kinder.

Nun soll die Anlage nach dem Willen der Gemeinde in einen frei zugänglichen Strand umgewandelt werden, berichtete die Tageszeitung La Stampa am Freitag. Hintergrund ist ein neuer Nutzungsplan für die Küste. Nach Vorgaben der Region soll der Anteil der frei zugänglichen Strände in Spotorno steigen. Sieben bestehende Strandkonzessionen, darunter auch die der Schwestern, sollen öffentlich ausgeschrieben werden.

„Wir sind sehr enttäuscht“

Die Ordensfrauen fürchten um ihre sozialen Angebote. Sie hätten über Jahrzehnte mit viel Engagement einen Kindergarten und einen Sommerhort für die Familien vor Ort aufgebaut. Ein Verlust der Strandkonzession könne auch die Finanzierung und den Fortbestand ihrer pädagogischen Arbeit gefährden.

„Wir sind sehr enttäuscht“, erklärten die Schwestern und beklagten, dass ihre bisherige Arbeit für die Gemeinde nicht ausreichend berücksichtigt werde. Sie hoffen, dass der derzeit von der Region geprüfte Plan nicht genehmigt wird. „Wir vertrauen auf die Vorsehung und den gesunden Menschenverstand der Politik“, sagten die Schwestern.

Spotornos Bürgermeister Mattia Fiorini weist den Vorwurf zurück, die Maßnahme richte sich gegen die Ordensgemeinschaft. Die Gemeinde setze lediglich regionale Vorgaben und die europäischen Regeln für die Vergabe von Strandkonzessionen um. Auch die „Bagni Garrone“ seien ein Strandbetrieb, dessen Konzession künftig in einem öffentlichen Verfahren vergeben werden müsse. Bei der Ausschreibung könnten soziale Projekte zudem besonders berücksichtigt werden.

Eine Garantie für den Erhalt der Konzession gebe es allerdings nicht, betonte Fiorini. Sollten die Schwestern den Zuschlag nicht erhalten, werde der Strand direkt vor der Einrichtung weiterhin frei zugänglich sein und könne von den Schwestern für den Sommerhort genutzt werden. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Strandbetriebs soll nach der geplanten Ausschreibung im Herbst fallen.

Es geht um fairen Strandzugang

Italien bemüht sich zurzeit, einen fairen Zugang zu den Stränden für alle zu ermöglichen und neue Konzessionen nur noch nach transparenten Ausschreibungen zu vergeben. Dabei sollen Qualität, Nachhaltigkeit und der zu erwartende Umsatz berücksichtigt werden.

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