Italiens Traumstrände: Nur noch mit Reservierung und Gebühr
Zusammenfassung
- An vielen beliebten Stränden Italiens, vor allem in Süditalien, gelten inzwischen Reservierungspflicht, Eintrittsgebühren und Besucherlimits zum Schutz vor Übertourismus.
- Auf Sardinien sind Strände wie La Pelosa, Punta Molentis, Rena Bianca, Cala Brandinchi und Cala Goloritzé nur eingeschränkt zugänglich, teils mit Online-Buchung, QR-Code und festen Tageskontingenten.
- Auch in anderen Regionen setzen Gemeinden auf Zugangskontrollen, Zeitfenster und neue Strandkonzepte wie größere Parzellen oder digitale Verwaltung von Liegen und Sonnenschirmen.
Wer im Sommer 2026 an einigen der beliebtesten Strände Italiens baden möchte, braucht vielerorts mehr als nur Badehose und Handtuch. Vor allem in Süditalien gelten inzwischen strenge Zugangsbeschränkungen mit Online-Reservierungen, Eintrittsgebühren und begrenzten Besucherzahlen, um Natur und Küsten vor Übertourismus zu schützen. Mit den Maßnahmen wollen die Behörden den Besucherstrom steuern und empfindliche Küstenökosysteme vor den Folgen des Massentourismus bewahren.
Zu den bekanntesten Beispielen zählt der Strand La Pelosa bei Stintino auf Sardinien. Dort sind bis Mitte Oktober täglich höchstens 1.500 Besucher zugelassen. Der Zugang ist nur nach vorheriger Online-Buchung und mit QR-Code möglich. Der Eintritt kostet 3,50 Euro, Kinder unter zwölf Jahren haben freien Zugang.
Behörden wollen den Besucherstrom steuern
Auch am Strand Punta Molentis bei Villasimius im Süden Sardiniens ist die Zahl der Besucher auf 600 pro Tag begrenzt. Neben einer Reservierung fällt eine Eintrittsgebühr an, hinzu kommen Parkkosten für Autofahrer. Sonnenschirme und Strandzelte sind grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gibt es lediglich für Familien mit Kindern bis zehn Jahren sowie für Menschen über 65 Jahren.
Weitere Strände mit Zugangsbeschränkungen auf Sardinien sind Rena Bianca in Santa Teresa Gallura, Cala Brandinchi bei San Teodoro und Cala Goloritzé bei Baunei. Dort sind je nach Strand zwischen 250 und knapp 1.500 Besucher pro Tag zugelassen. Teilweise ist der Zugang ausschließlich nach vorheriger Reservierung und gegen Gebühr möglich.
Gemeinden setzen immer häufiger auf Besucherlimits
Auch außerhalb Sardiniens setzen Gemeinden auf Besucherlimits. An der Baia del Silenzio in Sestri Levante in Ligurien dürfen sich maximal 450 Menschen gleichzeitig am Strand aufhalten. Der Eintritt ist kostenlos, der Zugang wird jedoch über kontrollierte Eingänge überwacht.
Auf der Spiaggia dei Conigli („Strand der Hasen“) auf Lampedusa ist der kostenlose Zugang ebenfalls beschränkt. Pro Zeitfenster dürfen höchstens 550 Besucher den Strand betreten. Im Meeresschutzgebiet Gaiola bei Neapel sind Reservierungen für maximal 200 Besucher je Zeitfenster vorgeschrieben. An der Due-Sorelle-Bucht bei Sirolo in den Marken ist ebenfalls eine kostenlose Reservierung erforderlich.
Im Badeort Jesolo in Venetien werden die traditionellen Strandparzellen von bisher drei mal zwei Metern schrittweise durch größere Flächen von vier mal vier Metern ersetzt. Dadurch sollen Badegäste mehr Abstand und Privatsphäre erhalten. Nach Schätzungen führt die Neuregelung allerdings dazu, dass es rund 20.000 Sonnenschirme weniger gibt als bisher.
In Bibione testen Strandbetreiber sogenannte Einzel-Liegen für Alleinreisende. Einige davon sind mit Solarpaneelen zum Laden von Smartphones ausgestattet. Zudem soll eine App ungenutzte oder widerrechtlich belegte Sonnenschirme erkennen und verwalten.
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