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Italien: Kostenpflichtige Strandbäder werden für Gratis-Strände aufgelassen

Die Kosten für Liegen und Sonnenschirme an italienischen Stränden sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Nun soll das ein Ende haben.
Ein Strand in Italien.

Es ist Hauptsaison. Die Strände in Italien müssten eigentlich voll mit Einheimischen und Touristen sein, die bei den aktuellen Sommertemperaturen Abkühlung am Meer suchen. Doch die steigenden Preise für Liegen und Sonnenschirme in den privaten Strandbädern belasten die Geldbörse der Besucher erheblich.

Nun gehen die italienischen Behörden mit strikten Maßnahmen gegen diese Betriebe vor: In Ostia, dem Stadtstrand der Hauptstadt Rom, wurden bereits mehrere privat betriebene Strandbäder auf Anweisung der Stadtverwaltung geschlossen, wie die dpa berichtet.

Derzeit werden trotz Hochsaison zwei kommerzielle Strandbäder aufgelassen: Der bekannte Strandclub Shilling in Lido di Ostia bei Rom wurde wegen Bauvergehen und anderer Vorwürfe gegen den Betreiber beschlagnahmt. Vergangenen Winter wurde das Gebäude durch Stürme schwer beschädigt, sodass es zur Ruine zu verfallen drohte. Ende Juli haben die Abrissarbeiten begonnen, von Einheimischen und Touristen fehlt hier jede Spur. Hier soll künftig ein frei zugänglicher Strand entstehen. 

40 Euro für zwei Liegen und einen Sonnenschirm

Ein ähnliches Schicksal ereilt auch das benachbarte „Sporting Beach“. Roms sozialdemokratischer Bürgermeister Roberto Gualtieri will dort nun ebenso einen frei zugänglichen Strand ermöglichen. Ziel der Maßnahme ist es, die bislang nur 1,2 Kilometer kostenlosen Strandabschnitte (von insgesamt 11,3 Kilometern) auf 6,5 Kilometer auszubauen. Statt bisher 70 kostenpflichtiger Strände soll es in Ostia künftig nur noch 35 geben. Ein ähnliches Vorgehen ist auch in den Regionen Ligurien und Apulien geplant.

In Italien gibt es offiziell mehr als 7.300 Strandbäder. Die meisten sind Familienbetriebe, die Liegen und Sonnenschirme vermieten. Laut dpa kostet die Miete für zwei Liegen und einen Sonnenschirm etwa 40 Euro pro Tag.

Ein weiteres Problem für die Behörden stellen Zäune und Mauern dar, die in vielen Regionen den Zugang zum Strand versperren.

EU-Richtlinie immer wieder verschoben

Die Pläne der italienischen Behörden hängen auch mit einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006 zusammen. Deren Umsetzung wurde von verschiedenen Regierungen in Rom immer wieder hinausgeschoben. 

Die Richtlinie sieht vor, dass die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden müssen, da es sich um öffentlichen Grund handelt. 2027 soll damit in Italien begonnen werden.

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