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Im Bikini in die Altstadt? Wo dafür 200 Euro Strafe drohen

In Varenna am Comer See wurden Beschränkungen für Reisegruppen und neue Benimmregeln für Besucher eingeführt.
Aerial view of the colorful village of Varenna on the eastern shore of Lake Como with church tower, mountain landscape, and waterfront promenade, Traditional architecture and travel concept in Lombardy, Northern Italy

Auf Reiseblogs im Internet wird Varenna nicht selten als einer der schönsten Orte Norditaliens beschrieben – und wer schon einmal am Comer See war, ist an dem Dorf mit den bunten Häusern, engen Gassen und der lebhaften Uferpromenade vermutlich auch schon vorbeigekommen.

Ein Geheimtipp ist Varenna nämlich längst nicht mehr: Täglich besuchen im Durchschnitt 17.500 Touristen das einst idyllische Fischerdörfchen. Für die nicht einmal 700 Bewohner wird der gewaltige Andrang zunehmend zur Qual. „Varenna ist ein bezaubernder Ort und heißt jedes Jahr Hunderttausende Besucher willkommen“, sagt Bürgermeister Mauro Manzoni zum Giornale di Lecco. Man könne jedoch nicht die Lebensqualität der Einwohner dem Massentourismus opfern, so der Politiker.

Um dagegen vorzugehen, hat der Stadtrat nun – auf Basis einer Analyse der drängendsten Probleme – neue Vorschriften eingeführt, um Erscheinungsbild des Dorfes und Zusammenleben von Einheimischen und Touristen zu verbessern.

Größe von Reisegruppen beschränkt

Eine wesentliche Änderung betrifft dabei die Größe von Reisegruppen, die nun auf maximal 25 Personen beschränkt sind. Zudem ist es Reiseleitern nun verboten, Lautsprecher zu verwenden, um die Lärmbelästigung für Anwohner zu reduzieren. Gruppen sind weiters dazu verpflichtet, sich auf Fußwegen zu bewegen, ohne andere Menschen zu behindern. In einigen stark frequentierten Bereichen des Dorfes – zum Beispiel auf der „Liebesbrücke“ Passerella Giorgio Monico – ist das Verweilen während der Erklärungen des Guides untersagt.

Hinzu kommen neue Benimmregeln für Besucher: So ist es inzwischen im gesamten Gemeindegebiet verboten, mit nacktem Oberkörper oder in Badebekleidung herumzulaufen. Das ist nur in dafür ausgewiesenen Bereichen (Strände, Anlegestellen) erlaubt. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 200 Euro.

„Diese Regeln sollen den Tourismus, der für unsere Wirtschaft so wichtig ist, nicht behindern, sondern ihn verantwortungsvoller gestalten“, so Bürgermeister Manzoni. Tatsächlich haben in den vergangenen Jahren immer mehr stark besuchte Städte und Badeorte in ganz Italien Maßnahmen ergriffen, um die Belastungen des Massentourismus etwas einzudämmen.

Nur mit QR-Code

Für immer mehr Strände (vor allem auf Sardinien) werden Besuchergrenzen eingeführt. Wer zum Beispiel beim Strand von La Pelosa bei Stintino baden möchte, muss online vorher einen Platz reservieren. Zugang gibt es nur noch mit QR-Code.

An einigen Stränden in Sizilien wurde wiederum das Liegen auf Badetüchern ohne Matte und das Ausheben von Sandgruben untersagt. Und in den Dörfern der Cinque Terre gilt auf Wanderwegen ein „Flip-Flop-Verbot“, das mit Strafen von bis zu 2.500 Euro geahndet wird.   

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