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Chronik Welt
04/03/2019

Spionage-Alarm in Trumps-Golfklub in Florida

Eine Chinesin wollte sich in Trumps Winter-White-House mit einem USB-Stick voller Viren einschleichen.

von Susanne Bobek

Mar-a-Lago ist das Winter-White-House des amerikanischen Präsidenten. Fast jedes Wochenende fliegt Donald Trump mit seiner Familie in das luxuriöse Golfresort im amerikanischen Schloss-Stil in Palm Beach in Florida. Hier empfing er auch den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dessen Frau Peng Liyuan.

Seit dem Wochenende ist dort sicherheitstechnisch Feuer am Dach. Denn eine Frau aus China, die zwei chinesische Reisepässe bei sich hatte, wurde bei dem Versuch festgenommen, sich Zutritt zum abgesperrten Teil des Privatklubs zu verschaffen. Zunächst gelangte die Frau, die angab, zum Swimmingpool zu wollen, an die Rezeption, da sie ein Angestellter für die Tochter eines Klubmitglieds gehalten hatte. Die Mitgliedschaft in Trumps Golfklub kostet immerhin 200.000 US-Dollar.

An der Rezeption verwickelte sich die Frau in Widersprüche, Beamte des Secret Service nahmen sie schließlich fest.

Externe Festplatte

In Gerichtsdokumenten, die jetzt veröffentlicht wurden, wird der 32-jährigen Yujing Zhang vorgeworfen, dass sie die Beamten des FBI angelogen hat. In ihrer Tasche befanden sich vier Handys, ein Laptop, eine externe Festplatte und ein USB-Stick voller Computerviren: Malware, um Computersysteme zu knacken. Nur einen Badeanzug hatte die Dame nicht dabei.

Es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass Zhang jemals in der Nähe des US-Präsidenten war. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass sie mit Li Yang verbunden ist, einer Massagesalon-Besitzerin aus Florida. Die brachte es kürzlich zu zweifelhafter Berühmtheit, weil sie chinesischen Geschäftsleuten gegen Geld Zugang zu Mar-a-Lago versprochen hatte. Dort könnten sie sich mit dem US-Präsidenten treffen, warb die Massagesalon-Besitzerin.

Doch das FBI ist alarmiert, denn möglicherweise handelt es sich ja bei Yujing Zhang um eine chinesische Agentin.

Die Frau gab an, ihr Freund „Charles“ habe ihr den Auftrag gegeben, von Shanghai nach Palm Beach zu reisen, um an einem „chinesisch-amerikanischen Treffen“ teilzunehmen. Dieses Treffen fand aber nie statt.

Das ein Hektar große Gelände um das Klubhaus und der nicht weit entfernt gelegene Golfplatz sind sowieso schon schwer zu bewachen. Die dafür nötigen Umbauten zahlte der Staat. Und auch die Hotelrechnungen für die Secret Service-Leute zahlt der Staat an Trumps eigenes Hotel.

Der Präsident reist immer mit großem Familienanhang nach Florida: Das Secret Service muss insgesamt 42 Menschen aus Trumps Umfeld rund um die Uhr bewachen.

1100 Agenten für Trump

1100 Agenten sind für die Familie Trump im Einsatz.

Trump diniert sehr gerne im Restaurant seines Golfklubs. Ein Arbeitsessen mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe hielt er dort ab, was den Klubgästen außerordentlich gut gefiel. Handy-Fotos wurden getwittert. Auch den chinesischen Präsidenten empfing Trump in seinem Winter-White-House in Florida. Ihn und seine Delegation bewirtete er allerdings in einem Nebenraum, ohne dass die Klubmitglieder zusehen konnten.

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