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Chronik Welt
07/09/2020

Skandal an Pariser Med-Uni: Gespendete Körper von Ratten angenagt

Französische Behörden untersuchen nach schweren Anschuldigungen die Situation an einer medizinischen Universität.

In Paris haben die Behörden am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie eine Untersuchung in der Pariser Descartes-Universität starten - wegen möglicher schwerer Verstöße gegen die Totenruhe.

Die Zeitung l´Express hatte schon im vergangenen November von ekelerregenden Zuständen in der Prosektur der Uni berichtet: Nach Angaben der Zeitung seien dort Berge von Körpern am Boden gelegen, teilweise hätten Gliedmaßen gefehlt, auch ein abgeschnittener Kopf sei in dem Haufen menschlicher Überreste gelegen. Einige Leichenteile hätten Verwesungsmerkmale aufgewiesen, andere seien offenbar von Ratten abgenagt und durch den Raum gezerrt worden. In überquellende Abfallkübel seien zudem menschliche Überreste gestopft worden sein.

Mehr als 80 Beschwerden habe es zu den Zuständen an der Descartes-Universität gegeben. Der britische Guardian zitiert den Anwalt von Familien, deren Angehörige ihre Körper eigentlich der Wissenschaft überantwortet hatten: „Dass das jetzt untersucht wird, ist eine sehr gute Nachricht.“

Im Juni habe es zudem bereits eine Inspektion gegeben, schon damals seien „sehr ernst zu nehmende ethische Verstöße“ festgestellt worden.

Das Überantworten des eigenen Körpers nach dem Ableben an die Wissenschaft ist für die Forschung und vor allem für die Lehre für Medizinstudenten schon sehr lange gelebte Praxis. „Jede entscheidungs- und handlungsfähige Person mit dem vollendeten 18. Lebensjahr kann Körperspender/in werden“, heißt es auch auf der Homepage der Medizin-Uni Wien (Link).   

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