Alexi McCammond büßt für eine „Jugendsünde“:  Sie wollte nach langer Party keine
Schlitzaugen

© Getty Images/Michael S. Schwartz/Getty Images

Chronik Welt
03/21/2021

Schwarzer Journalistin wird Rassismus vorgeworfen

New York. Mit 17 hatte sie einen Tweet verschickt, mit 27 musste sie zurücktreten

von Susanne Bobek

Alexi McCammond war die große Nachwuchshoffnung und hätte eine leitende Position bei Teen Vogue übernehmen und vielleicht einmal in die Fußstapfen der legendären Chefredakteurin Anna Wintour treten sollen. Die 27-Jährige sollte die Vogue für neue, jüngere Lesergruppen interessanter machen.

Das ist seit vergangener Woche vorbei. Die Teen Vogue wird es so nicht geben. Denn Alexi McCammond hat ihren Job in New York verloren. Der Journalistin, die mit Preisen überhäuft worden war, wird Rassismus vorgeworfen.

Sie hatte sich despektierlich über Menschen asiatischer Abstammung geäußert. Dass die Bemerkungen vor langer Zeit gemacht wurden – McCammond schrieb sie 2011 auf Twitter, zu der Zeit besuchte sie noch das College – und auch längst gelöscht waren, konnte ihre Karriere nicht mehr retten.

Mangelnde Diversität

Die New York Times berichtete, dass nun womöglich auch Vogue-Chefin Anna Wintour um ihren Job bangen muss. Seit Monaten wird der 71-Jährigen „mangelnde Diversität“ ihres Magazins vorgeworfen. Zu viele Weiße, zu wenige farbige Menschen. Das wollte Wintour mit der Bestellung der Afroamerikanerin Alexi McCammond ändern. Doch der Ruf nach „Korrektheit“ ist stärker.

Da das Netz nichts vergisst, wird McCammond als Rassistin gebrandmarkt. Nach einer feuchtfröhlichen Party hatte die damals 17-jährige Studienanfängerin auf Twitter gescherzt, dass sie nun googeln würde, wie man denn vermeiden könne, am nächsten Tag mit „asiatischen Augen“ aufzuwachen. In einem anderen Fall hatte sie sich über eine „dumme asiatische“ Lehrassistentin beschwert, die ihr in einem Chemie-Quiz nur zwei von zehn Punkten gegeben hatte.

Im Jahr 2019 hatte McCammond die Tweets von sich aus gelöscht und sich für die Veröffentlichung entschuldigt. Das half jedoch nichts. Die Screenshots von damals kursierten wieder, und auch ihre erneute Bitte um Vergebung für eine „Jugendsünde“ konnte weder die neuen Kollegen noch Lobbyverbände überzeugen.

Dass das alles in jener Woche publik wurde, in der die „Spa Morde“ in Atlanta passierten, ist wohl kein Zufall. Ein 21-jähriger Weißer hatte acht Menschen, meist asiatischer Herkunft, erschossen.

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