City of Atlanta police officers are seen outside of Gold Spa after deadly shootings in Atlanta

© REUTERS / CHRISTOPHER ALUKA BERRY

Politik Ausland
03/17/2021

"China-Virus" löst Hass und Gewalt gegen Asiaten in den USA aus

Gewalt-Attacken gegen US-Bürger asiatischer Abstammung versetzen seit Wochen Polizei-Reviere zwischen San Francisco und New York in Unruhe.

von Dirk Hautkapp

Ein 21-jähriger Weißer soll acht Menschen in asiatischen Massage-Salons in Georgia ermordet haben. Das ist ein neuer Höhepunkt bei den Gewalt-Attacken gegen US-Bürger asiatischer Abstammung. Offenbar ausgelöst durch die von Ex-Präsident Donald Trump inflationär benutzte Vokabel vom „China-Virus” für die Corona-Pandemie verantwortlich gemacht werden. Seit Wochen sind Polizei-Reviere zwischen San Francisco und New York gewarnt.

Vor diesem Hintergrund hat eine Bluttat im Süd-Bundesstaat Georgia am Dienstagabend landesweite Beachtung gefunden, auch wenn das Motiv des 21-jährigen Tatverdächtigen Robert Aaron Long noch nicht zweifelsfrei ermittelt ist.

Tatsache ist, dass die Polizei den jungen Weißen aus Woodstock nahe Atlanta nach einer Verfolgungsjagd in seinem schwarzen Hyundai Tucson-SUV weit südlich der Metropole festgenommen hat.

Der Täter stammt aus religiösem Elternhaus

Long, der laut US-Medien aus einem sehr religiösem Elternhaus stammen soll und sich als Waffen-Narr bezeichnet, ist dringend verdächtig, in drei asiatischen Massage-Studios im Großraum Atlanta am frühen Dienstagabend acht Menschen erschossen zu haben - darunter mindestens sechs Frauen mit asiatischen Wurzeln.

An allen drei Tatorten, so die Polizei gegenüber der Lokalzeitung Atlanta Constitution Journal, hätten Überwachungskameras Long identifiziert. Am ersten Schauplatz, „Young’s Asian Massage Parlor” in Acworth, seien fünf Menschen angeschossen worden. Zwei starben an Ort und Stelle, zwei erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Das fünfte Opfer sei nach notärztlicher Behandlung in kritischem Zustand.

Eine Stunde später...

Rund eine Stunde später wurden Beamte 50 Kilometer entfernt zum „Gold Spa” im Norden Atlantas dirigiert, wo drei asiatische Frauen tot aufgefunden wurden. Während der Beweisaufnahme wurden die Cops zum „Aromatherapy Spa” auf der anderen Straßenseite gerufen. Dort fanden die Officer eine weitere Frauen-Leiche mit Schusswunden. Über Alter und Identität der Toten gab es zunächst keine offiziellen Angaben.

Hieß es zunächst, es sei unwahrscheinlich, dass die Taten zusammenhängen, korrigierte sich die Polizei, nachdem sie Long drei Stunden später 240 Kilometer entfernt von Atlanta dingfest machen konnte. „Es sieht so aus, als sei es der gleiche Verdächtige”, erklärte Jay Baker vom Sheriffs-Büro ihn Cherokee County, dem ersten Tatort, vor Journalisten.

Attacken wegen des China-Virus?

Ob es sich um ein rassistisch motiviertes Hassverbrechen handelt, ist laut Polizei noch nicht zu beantworten. „Stop AAPI Help”, eine Einrichtung in Kalifornien, die seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 fast 4000 Fälle von Belästigungen, Beschimpfungen und physischer Gewalt gegen „asian americans” registriert hat, bezeichnete die Tötungsdelikte in Georgia als „unsägliche Tragödie” für die Angehörigen und die asiatisch-amerikanische Gemeinde in den USA, die „von einem hohen Ausmaß rassistischer Attacken erschüttert wurde”.

Obwohl es keine Anzeichen für vergleichbare Bedrohungen gab, schickte die Polizei in New York, wo sich zuletzt Übergriffe gehäuft hatten, besonders geschulte Beamte in die von Asiaten bewohnten Stadtteile.

Zu Sündenböcken gestempelt

US-Präsident Joe Biden hatte die Gewaltwelle gegen „asian-americans” kürzlich in einer Fernseh-Ansprache thematisiert. Die Opfer würden „bösartig attackiert, verfolgt und zu Sündenböcken gestempelt”. Biden forderte mit Vehemenz: „Das ist falsch. Das muss aufhören!”. Mehrere demokratische Kongress-Abgeordnete verurteilten am Abend in Stellungnahmen, dass republikanische Vertreter bis heute die Corona-Pandemie mit „China-Virus” oder „Kung Flu” umschreiben. Dies schüre auf unverantwortliche Weise Ressentiments und Hass.

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