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Chronik Welt
04/02/2019

Schon wieder Panne mit deutschem Regierungsflieger

Vier Monate nachdem Angela Merkel auf dem Weg nach Argentinien gestrandet war, kam auch Heiko Maas zu spät nach New York.

von Susanne Bobek

Die Pannenserie der deutschen Regierungsflieger reißt nicht ab: Beim ersten Dienstflug des Airbus A340 "Konrad Adenauer" nach viermonatiger Generalüberholung, verlor ein Reifen bei der Landung in New York Luft. Der Vogel konnte nicht selbstständig in die Parkposition kommen und musste abgeschleppt werden. Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) musste mehr als eine Stunde im gestrandeten Flugzeug sitzen bleiben und verpasste den Auftakt einer informellen Sitzung des UN-Sicherheitsrats, wo er Deutschland zum ersten Mal seit sieben Jahren den Vorsitz übernimmt.

Mit Linie nach Buenos Aires

"Bei uns ist die Luft nicht raus", twitterte ein Spaßvogel der Luftwaffe. "Der Reifen muss getauscht werden." Nach Spiegel-Informationen war die Ursache für die Überhitzung eine Defekt am Bremssystem.

Erst im November war Kanzlerin Angela Merkel mit genau diesem Flieger auf dem Weg zum G20-Gipfel nach Buenos Aires in Köln gestrandet. Sie musste ihre Delegation großteils zurücklassen, darunter auch ihren Ehemann Joachim Sauer, und flog dann Linie über Madrid.

Heiko Maas ist Pannen gewöhnt: Erst im Februar blieb sein Flieger zum Abschluss einer Afrika-Reise in der malischen Hauptstadt Bamako liegen. Der Außenminister musste 20 Stunden auf einen Ersatzflieger warten. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte in Afrika eine Panne. Wegen des Ausfalls eines Hilfsaggregats zum Anlassen der Triebwerke hatte sein Flug ein paar Stunden Verspätung, der Bundespräsident soll den Vorfall relativ entspannt aufgenommen haben. Zuletzt verzögerte sich auch Ende Juni 2018 eine Weißrussland-Reise von Steinmeier, weil er wegen eines Hydraulikschadens kurz vor dem geplanten Abflug in einen Ersatzflieger umsteigen musste.

Veraltete Flotte

Die Pannenserie der "Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung" ist schon lange ein Ärgernis. Das Verteidigungsministerium will die offenbar völlig veraltete Flotte schnell erneuern und will Ende 2019 einen Airbus-Langstreckenjet vom Typ A350 direkt vom Hersteller zu kaufen. Der neue Jet wird rund 150 Millionen Euro kosten und könnte die Regierungsflotte im besten Fall schon 2020 entlasten.Denn in einem Statusbericht heißt es, die Flugbereitschaft sei derzeit "ausgelastet", die anfallenden Aufträge für Politikerflüge könnten "aktuell noch knapp bedient werden".

Die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums hält bislang an den Standorten Köln-Wahn und Berlin-Tegel insgesamt 16 Flugzeuge und Hubschrauber bereit. Acht davon werden in der Regel für Regierungsreisen genutzt: Zwei Airbus A340 für Langstreckenflüge bis 15 000 Kilometer mit 143 Plätzen; zwei Mittelstreckenflieger Airbus A319 mit 44 Plätzen und einer Reichweite von 7600 Kilometern; vier kleine Bombardier Global 5000 mit 13 Plätzen und einer Reichweite von 9000 Kilometern. Hinzu kommen drei Cougar-Hubschrauber für kurze Strecken innerhalb Deutschlands und fünf ältere Airbus A310, die für Regierungsflüge aber kaum noch genutzt werden, sondern eher als Truppentransporter. Zusammen leisten die Flieger durchschnittlich 2500 Flüge im Jahr.

 

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