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Chronik Welt

"Puffmama" zu sexistisch: Volksfest ohne Ballermann-Schlager

Der Streit um den Ballermann-Hit "Layla" eskaliert. Immer mehr Volksfeste wollen ihn nicht spielen. Justizminister greift ein

von Konrad Kramar

07/13/2022, 11:50 AM

Der umstrittene Partysong „Layla“ soll nicht auf der anstehenden DĂŒsseldorfer Kirmes mit bis zu vier Millionen Besuchern gespielt werden. Eine entsprechende Entscheidung haben die Veranstalter vom SchĂŒtzenverein St. Sebastianus getroffen. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied ĂŒberall hingehört - nur nicht auf unseren Festplatz“, sagte SchĂŒtzen-Chef Lothar Inden. Zuvor hatte die Stadt DĂŒsseldorf wegen „Layla“ bei den Veranstaltern vorgesprochen. Jetzt aber meldet sich sogar der Justizminister Marco Buschmann zum Schlagerstreit zu Wort: Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel«, schrieb der FDP-Politiker bei Twitter.

"Keine Rechtsgrundlage"


Nachdem die SchĂŒtzen zugesagt hĂ€tten, dass das Lied in Festzelten und FahrgeschĂ€ften unterbunden werden soll, habe man vonseiten der Stadt keinen Anlass fĂŒr ein Verbot gesehen, so eine Sprecherin. Man habe als Verwaltung dafĂŒr aber „auch keine Rechtsgrundlage“ gesehen.
SchĂŒtzen-Chef Inden sagte, er habe das Lied vorher nicht gekannt und sich dann mit dem Inhalt beschĂ€ftigt. Der Text entspreche in keiner Weise den Gepflogenheiten seines Traditionsvereins. In dem Ballermann-Hit von DJ Robin & SchĂŒrze, zurzeit auf Platz 1 der deutschen Charts, heißt es unter anderem: „Ich hab' 'nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jĂŒnger, geiler (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla (...).“ Zu Wochenbeginn war bekanntgeworden, dass „Layla“ auf dem WĂŒrzburger Kiliani-Volksfest auf DrĂ€ngen der Stadt nicht gespielt werden darf.

Produzent verwundert

Dominik de LĂ©on, Produzent des Songs, hatte im GesprĂ€ch mit dem Magazin "Spiegel" seine Verwunderung ĂŒber den Erfolg des Liedes zum Ausdruck gebracht. »Es verwundert wahrscheinlich nicht nur uns, wie extrem gut diese Nummer nach zwei Jahren Corona, Unter­haltungsverbot und dem Krieg in der Ukraine an­gekommen ist, in Zeiten, in denen MeToo noch in allen Köpfen steckt und die Genderdiskussion rauf und runter gefĂŒhrt wird«, so de LĂ©on: »Aber wahrscheinlich ist das genau der Grund, warum die Leute den Song so begeistert feiern."

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