Da waren sie noch ein Herz und eine Seele: Prinz Harry wird seinem Großvater die letzte Ehre erweisen

© EPA/JOHN STILLWELL

Chronik Welt
04/13/2021

Prinz Harrys Chance auf Versöhnung

Beim Begräbnis von Prinz Philip am Samstag darf der Enkel wohl keine Uniform mehr anziehen.

von Susanne Bobek

Prinz Philip hat seiner Familie einen letzten Dienst erwiesen: Die Begräbnisfeierlichkeiten für den Duke of Edinburgh am Samstag auf Schloss Windsor bieten Prinz Harry nämlich die Gelegenheit, sich mit seinem Vater Prinz Charles und seinem Bruder William zu versöhnen. Zumindest werden die drei versuchen, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, bevor Harry zu seiner schwangeren Ehefrau Meghan nach Kalifornien zurückkehren wird.

Harry und der zweitälteste Sohn der Queen, Prinz Andrew, werden laut einem Bericht der Times Philip wohl nicht in Uniform die letzte Ehre erweisen dürfen. Andrew, weil er nach seinem völlig verunglückten Interview über seine Freundschaft zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von allen offiziellen Funktionen entbunden wurde. Und Harry, weil er nach seinem definitiven Rückzug ins Private ebenfalls alle seine militärischen Ehrentitel abgeben musste. Prinz Charles und Prinz William sowie die Prinzessin Royal, die Queen-Tochter Anne, werden dafür in ihren Paradeuniformen erwartet. Das sagen jedenfalls die meist sehr gut informierten Royal Watcher voraus.

Mitgefühl mit Harry

Der Philip-Biograf Gyles Brandreth, der über 40 Jahre lang mit dem Ehemann der Queen (94) befreundet war, deutete an, dass Prinz Philip trotz seiner Krankheit über Harrys und Meghans Auftritt mit US-Talkshowqueen Oprah Winfrey, 67, informiert gewesen sei.

Der 99-Jährige habe das Interview für einen „Wahnsinn“ gehalten und gesagt, dass daraus nichts Gutes entstehen könne. Er habe bedauert, dass Harry seine royalen Pflichten niedergelegt habe und in die USA gezogen sei. Das sei „nicht das Richtige, weder für sein Land noch für ihn selbst“. Prinz Philip habe die Entscheidung jedoch akzeptiert. Es sei schließlich „sein Leben“.

Der besorgte Großvater war laut Gyles Brandreth nicht wütend auf Harry – im Gegenteil, er hatte „Mitgefühl“ mit seinem Enkel.

Prinz Philip wollte offenbar keinesfalls im Krankenhaus sterben. Angeblich wurde die Queen am Freitag noch rechtzeitig an sein Sterbebett in Schloss Windsor geholt. Britische Zeitungen berichten, dass sie sehr gefasst seine Hand gehalten habe.

Zum Begräbnis am Samstag ab 15 Uhr wird nur die engste Familie erwartet, nicht aber die zehn kleinen Urenkel. In Großbritannien sind derzeit nur 30 Personen zu einer Beerdigung zugelassen. Neben der Queen werden also alle Kinder und Enkelkinder mit ihren Ehepartnern erwartet. Weiters sind die Kinder von Prinzessin Margaret eingeladen: David, the Earl of Snowdon, und Lady Sarah Chatto. Erwartet wird auch Prinz Philips Cousine Lady Pamela Hicks (91) und seine langjährige Vertraute Penelope Knatchbull, die Gräfin Mountbatten von Burma (67). Auf der Einladungsliste sollen weiters der Privatsekretär des Herzogs, Brigadier Archie Miller-Bakewell und Admiral Tony Radakin, der erste Seelord und Chef der Royal Navy stehen. Erwartet werden auch Prinzessin Alexandra (84), die Cousine der Queen, und das Herzogpaar von Kent.

Prinz Harry hat sich in Quarantäne begeben. Laut Daily Mail befindet er sich in seiner alten Wohnung im Nottingham Cottage, einem Haus auf dem Gelände des Kensington Palastes. Meghan und er hatten dort vor ihrer Hochzeit gelebt, bevor sie ins Frogmore Cottage umzogen.

Geteilte Trauer

Der ehemalige britische Premier John Major hofft, dass es „in der geteilten Trauer über den Tod ihres Großvaters“ zu einer Aussöhnung zwischen Harry und seinem Bruder William kommen würde. Meghan hat diese Gelegenheit nicht. Sie blieb auf ärztlichen Rat in den USA.

Premier Boris Johnson, wollte sich vor einer Trauersitzung im Parlament die Haare schneiden lassen. Zum Begräbnis kommt er nicht, damit so viele Royals wie möglich teilnehmen können.

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