Extreme Hitze: Kutschenpferd in Rom zusammengebrochen
Zusammenfassung
- Der Zusammenbruch eines Kutschpferdes in Rom bei extremer Hitze hat breite Empörung ausgelöst und die Debatte über die Zukunft der traditionellen „Botticelle“ neu entfacht.
- Politiker mehrerer Parteien fordern ein Ende des Kutschbetriebs und schlagen vor, Lizenzen der Kutscher in Genehmigungen für Elektro-Taxis umzuwandeln.
- Tierschützer kritisieren die Belastung der Pferde seit Jahren, während die Stadt Rom den Umstieg mit finanzieller Unterstützung und Ersatzfahrzeugen erleichtern will.
Der Zusammenbruch eines Kutschpferdes im Zentrum Roms hat eine parteiübergreifende Debatte über die Zukunft der traditionellen Pferdekutschen („Botticelle“) neu entfacht. Das Tier brach in der Nähe der Brücke Ponte Cavour zusammen, offenbar erschöpft von der extremen Hitze. Bilder des Vorfalls verbreiteten sich rasch in den sozialen Medien und lösten breite Empörung aus. Eine ähnliche Diskussion wird jedes Jahr in Wien rund um die Fiaker geführt.
Eine der ersten Reaktionen kam von der Tierschutzbeauftragten der Stadt Rom, Patrizia Prestipino von der Demokratischen Partei (PD). Rom sei „schon lange keine Stadt mehr für Kutschenpferde“, erklärte sie. Die heutige Praxis sei durch nationales Recht geschützt, das sie gemeinsam mit anderen Abgeordneten bisher vergeblich ändern wolle.
Lizenzen der Kutscher sollen in Genehmigungen für Elektro-Taxis umgewandelt werden
Prestipino erneuerte zudem den Vorschlag der Stadtverwaltung, die Lizenzen der Kutscher in Genehmigungen für Elektro-Taxis umzuwandeln. Dabei gehe es nicht nur um den Tierschutz, sondern auch um Verkehrssicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Die Zahl der Kutscher ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Nach Angaben Prestipinos gibt es heute noch 16 Lizenzinhaber, vor zehn Jahren waren es 38. Einige wenige lehnen eine Umwandlung ihrer Lizenzen weiterhin ab.
Auch die Stadträte Flavia De Gregorio und Antonio De Santis von der Partei Azione bezeichneten Pferdekutschen als „anachronistisch und unwürdig“. Pferde bei dichtem Verkehr, glühendem Asphalt und extremen Temperaturen einzusetzen, lasse sich nicht mehr rechtfertigen, erklärten sie. Der Vorfall hat eine Debatte neu belebt, die in Rom regelmäßig aufflammt. Ob sie diesmal zu konkreten politischen Entscheidungen führt, bleibt abzuwarten.
Tierschutzorganisationen wollen beim Umstieg helfen
Die Stadt Rom überlegt, ob über Sponsoren der Kauf von Autos finanziert werden kann, die den Kutschern künftig als Ersatz für die Pferdekutschen dienen sollen. Ziel sei es, den Umstieg attraktiver zu gestalten und gleichzeitig den traditionellen Kutschbetrieb schrittweise zu beenden. Tierschutzorganisationen sollen demnach schon Bereitschaft signalisiert haben, bei der Suche nach Autos behilflich zu sein.
Der Einsatz der Kutschen ist vor allem in den Sommermonaten stark eingeschränkt. Ab Temperaturen von mehr als 30 Grad gilt in der Regel ein Fahrverbot, erlaubt sind sie lediglich in den frühen Morgenstunden und am Abend. Tierschützer kritisieren den Betrieb seit Jahren als nicht mehr zeitgemäß und verweisen auf die Belastung der Tiere im dichten Verkehr sowie bei Hitze.
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