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E-Mail aus...
03/26/2020

Peru: Abgeschottet und abwartend in Cusco

Ein halbes Jahr sollte es für ein österreichisches Paar durch Lateinamerika gehen: Peru ist das sechste – und wohl letzte – Land der Reise.

In unserer neuen Serie "E-Mail aus..." berichten Österreicherinnen und Österreicher aus aller Welt davon, wie sie die Corona-Krise wahrnehmen - und wie sie zurück nach Hause kommen.

Mitte November brachen wir auf, um für ein halbes Jahr durch Lateinamerika zu reisen. Nach vier ereignisreichen Monaten in Mexiko, Costa Rica, Panama, Kolumbien und Ecuador flogen wir nach Cusco, Peru, um endlich den einzigen Ort zu besuchen, der in unserem Reiseplan immer einen Fixpunkt einnahm: Machu Picchu.

Seit Freitag, dem 13. März, überschlagen sich die Ereignisse in Peru. Da hieß es, dass ab Montag angeblich keine Flüge mehr von und nach Europa genehmigt werden würden, und am Sonntagabend wird plötzlich der Notstand ausgerufen – keine Sehenswürdigkeiten, keine Geschäfte, nur noch Lebensmittelgeschäfte, Banken und Apotheken haben geöffnet, niemand soll sich ohne Grund nach draußen begeben.

Erstmal überfordert

Jeder Europäer weiß genau, wovon wir reden und wie sich das anfühlt. Es macht allerdings einen Unterschied, ob man diese Maßnahmen in gewohnter Umgebung erlebt. Als wir die Neuigkeiten gehört haben, waren wir überfordert und wussten für einen Moment nicht weiter.

Am Morgen des 16. März gingen wir zum Konsulat in Cusco und stellten fest, dass wir nicht die Einzigen sind, denen es so geht. Uns wurde keine Zeit gegeben, eine Lösung zu finden, die leistbar wäre.

Natürlich, wir hätten es kommen sehen können, mögen sich jetzt einige denken. Nun ja, ein wenig haben wir das wohl auch. Die Möglichkeit, dass es auch hier zu solchen Maßnahmen kommen könnte, stand, zumindest seit den jüngsten Ereignissen in Europa, immer im Raum. Wir hätten nur nicht damit gerechnet, dass wir keine Möglichkeit mehr haben würden, unsere Reise kurzfristig zu beenden.

Wir hatten Glück im Unglück und fanden ein schönes Hotel, das uns ein günstiges privates Zimmer inklusive Frühstück zur Verfügung stellte. Und nicht nur das: Uns und 22 anderen Gestrandeten aus der ganzen Welt wurde eine Küche aufgebaut, eine Spielkonsole und Brettspiele besorgt. Es wird alles versucht, um uns den (mindestens) 15-tägigen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Aktuell können wir nur abwarten. Es gibt derzeit keine Möglichkeit Cusco zu verlassen, um zum internationalen Flughafen in Lima zu kommen. Das Konsulat arbeitet gerade daran, Passierscheine für Touristen zu organisieren und uns so die Heimreise zu ermöglichen. Für viele ist die Lage also komplizierter, als sich zwischen einer Trekking-Tour oder einem Heimflug zu entscheiden.

Miriam Zemla ist angehende Lehrerin; Armin Neuhauser arbeitet als Webdesigner.