Lindt-Schokohase so teuer wie nie: Supermarkt zieht Notbremse

Schokohasen sind dieses Jahr so teuer, dass ein Supermarkt‑Inhaber die beliebten goldenen Osterhasen nicht ins Sortiment nimmt.
Ein goldener Lindt-Osterhase steht zwischen verschiedenen bunten Ostersüßigkeiten in einem Nest aus grünem Kunstgras.

Beim Blick ins Schokoladenregal im Supermarkt vergeht vielen schnell der Gusto auf Süßes. Insbesondere die Preise für Schokosterhasen haben es in sich: Knapp neun Euro muss man beispielsweise für einen 200 Gramm schweren Lindt-Hasen zahlen. 

Einem Inhaber eines Supermarkts in Deutschland war das zu viel: In diesem Jahr verzichtete er auf den Lindt-Hasen im Oster-Sortiment. Dafür sei er schlicht zu teuer und für das Geschäft zu wenig rentabel. 

Schmerzgrenze erreicht

Zwar sind Kundinnen und Kunden bei Saisonware grundsätzlich bereit, höhere Preise zu akzeptieren, wie Josef Sawetz, Kommunikations- und Marketingpsychologe an der Universität Wien, unlängst dem KURIER erklärte: "Für saisonale Produkte wie Schoko-Osterhasen und gefärbte Ostereier sind wir weniger preissensibel und bereit mehr zu zahlen, als wir es für Normalware bereit wären." 

Dennoch scheint sowohl bei vielen Einkäufern als auch bei Endkonsumenten inzwischen eine Schmerzgrenze erreicht zu sein.

Hohen Herstellungskosten werden an Verbraucher weitergegeben

So auch beim Hamburger Einzelhändler Tarik Sarikaya. Wie die Bild berichtet, betreibt der Kaufmann seit rund 26 Jahren seinen Lebensmittelmarkt. In den vergangenen zwei Jahren stiegen die Preise für Kakaobohnen auf ein Rekordniveau. 

Ursache sind vor allem 

  • schlechte Ernte,
  • Schädlinge an den Kakaobäumen
  • und Wetterextreme 

in Westafrika, woher gut drei Viertel aller Kakaobohnen stammen. Die Hersteller geben diese hohen Kosten letztlich an die Verbraucher weiter. 

Warum ist Schokolade so teuer?

Bei einer Stichprobe des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) im März 2025 zeigte sich, dass der Kilopreis für die teuersten Schoko-Osterhasen bekannter Hersteller um rund 111 bis 160 Prozent über dem der teuersten herkömmlichen Tafelschokolade desselben Haus liegt. 

Zwar sind die Kakaopreise inzwischen von ihren Rekordwerten zurückgegangen, dennoch wirken sich andere Kostenfaktoren wie gestiegene Energie-, Transport- und Verpackungskosten sowie aufwändige Produktionszyklen weiterhin auf den Endpreis aus. 

Heike Silber von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt gegenüber der Tagesschau: "Leider stellen wir immer wieder fest, dass sinkende Rohstoffpreise erst sehr zeitversetzt zu reduzierten Preisen bei den Endprodukten führen. [...] Wir vermuten, dass die Lebensmittelhersteller und -händler das Ostergeschäft noch ausnutzen, um mit den hohen Preisen Gewinne zu erzielen."

Das bedeutet: Schoko-Osterhasen bleiben vorerst vergleichsweise teuer. 

Lindt-Osterhase kostet knapp 9 Euro

Supermarkt-Inhaber Tarik Sarikaya hat sich daher schweren Herzens entschieden, den beliebten Lindt-Goldhasen in diesem Jahr nicht anzubieten. Der Einkaufspreis ist so hoch, dass er als kleineres Lebensmittelgeschäft kaum Spielraum für Preisanpassungen hat. Erst ab sehr großen Bestellmengen sinkt der Einkaufspreis. 

Zu teuer: Deutscher Supermarkt-Chef wird Lindt-Hasen nicht verkaufen

Mindestens 1.000 Stück Lindt-Osterhasen müsste Sarikaya ordern. Diese Menge könnte er aber bei einem Verkaufspreis von 8,99 Euro nicht absetzen, erklärt er im Gespräch mit der Bild. Laut dem Kaufmann ist der Preis im Vergleich zum Vorjahr um 28,6 Prozent gestiegen. "Die Kunden schauen auf den Preis, schütteln den Kopf und stellen die Ware zurück, und ich bleibe auf 30 Prozent sitzen", so Sarikaya. Zumindest zeigen seine Kundinnen und Kunden Verständnis für die Entscheidung, so der Unternehmer.

Teure Preise für Schokohasen auch in Österreich

Auch in österreichischen Supermärkten schlägt der 200-Gramm-Hase des Schweizer Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli mit einem Verkaufspreis 8,49 Euro zu Buche. Die Rewe Group (Billa, Penny, Adeg) teilte auf Anfrage des KURIER mit, dass derzeit an einer Stellungnahme gearbeitet wird.

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