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Reisewelle Richtung Kroatien: Bis zu 25 Kilometer Stau auf der A1

Wer derzeit mit dem Auto ans Meer nach Kroatien fährt, braucht vor allem eines: viel Geduld.
Stau auf einer Autobahn in Kroatien mit Autos, Bussen und Lastwagen.

Zusammenfassung

  • Auf den wichtigsten Routen Richtung kroatische Adriaküste, vor allem auf der A1 zwischen Zagreb und Karlovac, kam es wegen Reisewelle, Unfällen und Baustellen zu kilometerlangen Staus und teils stockendem Kolonnenverkehr.
  • Auch an Landstraßen und Grenzübergängen in Bosnien und Herzegowina führten Ausweichverkehr, ein gemeldeter EES-Ausfall und hohe Temperaturen zu erheblichen Verzögerungen und langen Wartezeiten.
  • Die aktuelle Reisewelle macht die seit Jahren bestehenden Infrastrukturprobleme in Kroatien und den Grenzregionen sichtbar, unter denen neben Urlaubern auch Anwohner leiden.

Das Verkehrsaufkommen auf den wichtigsten Straßen, insbesondere auf den Autobahnen Richtung Adriaküste, hat deutlich zugenommen, teilte der kroatische Automobilclub HAK mit. Auch in Baustellenbereichen ist mit Verzögerungen zu rechnen. Autofahrer werden daher angehalten, ihre Geschwindigkeit und Fahrweise den Straßenverhältnissen anzupassen.

Bereits in den frühen Morgenstunden bildeten sich am Montag auf der Autobahn A1 zwischen Zagreb und Karlovac kilometerlange Staus. Leserberichten zufolge staute sich der Verkehr bei Draganić bereits gegen fünf Uhr früh. „Der Stau hat sich von der Umgehungsstraße auf die Autobahn verlagert, sodass diese schon vor Tagesanbruch völlig überlastet war. Fahren konnte ich nur mit einer Geschwindigkeit zwischen 80 und 100 km/h“, wird eine Leserin zitiert.

Auch auf der Landstraße DC1, der alten Karlovac-Straße, die vielen Autofahrern als Ausweichroute dient, kam es zu Verzögerungen. Zwischen Klinča Sela und Jastrebarsko in Richtung Karlovac wurde ein fünf Kilometer langer Stau gemeldet, vor Karlovac staute sich der Verkehr aus Richtung Jastrebarsko auf drei Kilometern.

Zu weiteren Verkehrsbehinderungen kam es wegen Bauarbeiten zwischen Knin und Gračac bei Otrić. Auf der A1 Zagreb–Split–Dubrovnik floss der Verkehr zwischen den Knotenpunkten Lučko und Bosiljevo 2 Richtung Küste nur in Kolonnen und kam immer wieder ins Stocken. Nach einem Verkehrsunfall bildete sich am Montag gegen 11 Uhr zwischen Lučko und Karlovac eine bis zu 25 Kilometer lange Fahrzeugkolonne, berichtet HAK.

Reisende sollten außerdem die hohen Temperaturen berücksichtigen: In Kroatien werden derzeit Tageshöchstwerte zwischen 34 und 39 Grad erreicht.

Verkehrsprobleme seit Jahrzehnten

Die starke Reisewelle macht auch die langjährigen Verkehrsprobleme auf dem Balkan sichtbar. Richtung Süden kam es zu kilometerlangen Staus, teilweise mussten Autofahrer Wartezeiten von bis zu 15 Stunden in Kauf nehmen.

Seit Jahrzehnten wird über Lösungen diskutiert. Besonders in Konavle in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva warten Anwohner auf Verbesserungen. „Wir haben ein viel größeres Problem in Richtung Istrien, von Koper aus in Richtung Buzet, also auf dem westlichen Abschnitt der istrischen Autobahn“, sagte Robert Marušić, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Istra – Istrien Nord“, gegenüber HTV.

Marušić spricht von einer „europäischen Schande“, obwohl Kroatien seit 13 Jahren Mitglied der Europäischen Union sei, habe sich die Lebensqualität der Menschen nicht entsprechend verbessert. Kroatien habe in den 1990er-Jahren einen Krieg erlebt, der den Straßenbau nahezu zum Stillstand gebracht habe. Slowenien sei in dieser Hinsicht deutlich weiter. „Unsere lokalen Straßen sind nicht für solche Verkehrsbelastungen gebaut“, kritisiert Marušić.

Stau an den bosnischen Grenzen

Weiter südlich kam es auch an mehreren Grenzübergängen in Bosnien und Herzegowina zu erheblichen Verzögerungen. Betroffen waren unter anderem Izačić, Velika Kladuša, Kostajnica und Deleuša. Auch bei der Ausreise mussten Reisende mit längeren Wartezeiten rechnen.

Am Grenzübergang Izačić soll laut Medienberichten in den Morgenstunden das europäische Entry/Exit-System (EES), das digitale Einreise-Erfassungssystem für den Schengen-Raum, ausgefallen sein. Dadurch kam der Grenzverkehr laut Kosmo nahezu zum Erliegen. Kilometerlange Fahrzeugkolonnen bildeten sich auf beiden Seiten der Grenze, auch am Nachmittag entspannte sich die Lage nicht.

Der bosnische Automobilclub BIHAMK rät wegen der hohen Temperaturen von längeren Autofahrten während der heißesten Tageszeit ab und empfiehlt regelmäßige Pausen. In Bosnien und Herzegowina wurden Temperaturen von bis zu 38 Grad gemessen.

Stau bereits vergangenes Wochenende

Bereits am vergangenen Wochenende war es zu stundenlangen Verzögerungen gekommen. Laut Grenzpolizei handelte es sich um das bisher verkehrsreichste Wochenende des Jahres, wie RTL berichtet.

Besonders betroffen war die Autobahn A1 Richtung Dubrovnik. Wegen des starken Reiseverkehrs wurde der Sveti-Rok-Tunnel zeitweise gesperrt, davor bildete sich ein rund zwei Kilometer langer Stau. Autofahrer stiegen laut Berichten in der prallen Sonne aus ihren Fahrzeugen und warteten neben ihren Autos.

Auf Social Media sorgten zahlreiche Videos für Aufmerksamkeit. Ein offenbar aus Österreich stammender TikTok-Nutzer berichtete, seine Fahrt habe bereits 16 Stunden gedauert. Obwohl noch rund 90 Kilometer bis Zadar fehlten, hatte er bereits etwa 700 Kilometer zurückgelegt. „Nie wieder im Juli und August nach Kroatien“, schrieb er.

Einheimische leiden unter Stau

Auch andere Reisende zeigten sich frustriert. „Wir haben schon anderthalb Stunden im Stau verbracht und jetzt müssen wir noch einmal drei bis vier Stunden warten“, sagte ein Autofahrer, der von Mailand nach Albanien unterwegs war, gegenüber RTL Televizija Croatia.

Unter den Folgen leiden auch die Bewohner der Grenzregionen. Viele Autofahrer weichen auf kleine Ortsstraßen aus, um den Verkehr auf den Hauptverbindungen zu umgehen. „Das ist schlichtweg Terror“, sagte ein Dorfbewohner kroatischen Medien. So waren etwa die Ortsstraßen in Konavle zeitweise blockiert. Feuerwehr und Zivilschutz verteilten Wasser an die Autofahrer.

Am Wochenende reichten die Staus an einigen Grenzübergängen auf mehr als 20 Kilometer. Zu Wochenbeginn entspannte sich die Lage etwas. Derzeit betragen die Staus an den meisten Übergängen laut RTL zwischen einem und vier Kilometern.

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