Augen auf am Strand: Quallen-Saison hat in Kroatien begonnen
Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen an der Westküste Istriens sorgen für eine Zunahme von Kompassquallen.
Zusammenfassung
- Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen an der Westküste Istriens sorgen für eine Zunahme von Kompassquallen, deren Stiche schmerzhaft sein können.
- Experten erwarten, dass die Kompassquallen nur vorübergehend auftreten und sich mit Beginn der Hauptsaison wieder zurückziehen.
- Hohe Meerestemperaturen begünstigen zudem die Bildung von Meeresschleim und möglichen Algenblüten, was den Badespaß trüben kann.
Während sich in Österreich im Juni eine Schafskälte ankündigt, steigen die Temperaturen an der Westküste Istriens kontinuierlich an. Bereits Ende Mai wurde in der kroatischen Stadt Pula gegen acht Uhr morgens eine Wassertemperatur von 23 Grad gemessen, wie das kroatische Onlineportal Glas Istre berichtet. Zur gleichen Zeit wurden in der Hafenstadt Rovinj 20 Grad verzeichnet.
Die warmen Wassertemperaturen locken zahlreiche Badegäste an. Experten warnen jedoch: Die ungewöhnlich hohen Werte schaffen ideale Bedingungen für Plagegeister wie die Kompassqualle. Zwischen Vrsar, Poreč und Rovinj wurden bereits mehrere Sichtungen von Quallen gemeldet.
Quallen-Saison in Kroatien
Die gelbbraunen Kompassquallen halten sich auch in Küstennähe auf und können damit für Schwimmer und Taucher unangenehm werden. Ihre Tentakel sind mit giftigen Nesselzellen besetzt. Bei Berührung setzen diese ihr Gift frei und können schmerzhafte Hautreizungen verursachen. Wer eine Kompassqualle im Wasser entdeckt, sollte Abstand halten und langsam zurückschwimmen. Anders als die meisten Quallenarten im Mittelmeer kann ihr Stich durchaus schmerzhaft sein.
Laut der Biologin Milena Mičić vom Aquarium Pula treten Quallenpopulationen zyklisch auf. "Grund dafür sind die gestiegenen Temperaturen in diesem Frühjahr. Bei deutlich höheren Temperaturen haben die Quallen natürlich auch viel mehr Nahrung", erklärte Mičić gegenüber Dnevnik.hr.
Die Expertin gibt jedoch Entwarnung. Die aktuelle Häufung der Kompassquallen dürfte ihrer Einschätzung nach nur von kurzer Dauer sein. "Mit Beginn der Hauptbadesaison und dem damit verbundenen Andrang in den flachen Gewässern werden sich die Tiere aufgrund des Endes ihres Lebenszyklus zurückziehen", so Mičić. Sie geht davon aus, dass die Kompassquallen nicht den gesamten Sommer in der Adria verbleiben, sondern bereits in einigen Wochen wieder verschwunden sein werden.
Meeresschleim trübt den Badespaß
Eine weitere Folge der hohen Meerestemperaturen ist der sogenannte Meeresschleim. Im Fažana-Kanal wurden bereits Ansammlungen von Substanzen auf der Wasseroberfläche beobachtet, die einer Algenblüte ähneln. Vom Meeresforschungszentrum in Rovinj heißt es, dass ähnliche Phänomene auch in Zambratija festgestellt wurden.
Ob es sich tatsächlich um eine Algenblüte handelt oder lediglich um vom Festland eingetragene Pollen, könne jedoch nur durch Laboranalysen eindeutig geklärt werden.
Paolo Paliaga, Professor an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Pula, erklärte gegenüber Glas Istre, dass es bereits Hinweise auf eine Algenblüte gebe. Auch hier würden die hohen Wassertemperaturen und der erhöhte Wasserstand des Flusses Po ideale Bedingungen bieten.
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