Urteil: Frau (35) tötete Ehemann – schrieb danach Kinderbuch über Trauer
Kouri Richins wurde im März 2026 in den USA wegen Mordes an ihrem Ehemann schuldig gesprochen. Zuvor hatte sie ein Kinderbuch über Trauer nach seinem Tod veröffentlicht. (Symbolbild)
Kouri Richins und ihr Ehemann Eric Richins führten gemeinsam mit ihren drei Söhnen ein scheinbar normales Familienleben in Utah. Doch als sich ihr Mann in der Nacht auf den 4. März 2022 zum Schlafen legte, wachte er nie wieder auf. Er starb an einer Überdosis Schmerzmittel.
Um den plötzlichen Verlust zu verarbeiten, schrieb die 35-Jährige, die als Immobilienmaklerin gearbeitet hat, ein Kinderbuch, das Kindern helfen sollte, besser mit Trauer umzugehen. Doch die Geschichte nahm eine schockierende Wendung: Kouri Richins wurde später wegen Mordes an ihrem Mann schuldig gesprochen. Sie soll ihn vergiftet haben.
März 2022: Ehemann lag leblos im Bett
Am Abend des 3. März 2022 machte Kouri einen Drink für sich und ihren Mann, um auf einen beruflichen Erfolg anzustoßen. Nachdem Eric sich schlafen gelegt hatte, brachte Kouri die Kinder ins Bett und schlief im Kinderzimmer ein. Stunden später, als sie aufwachte und zu ihrem Mann ins Schlafzimmer ging, fand sie ihn kalt und leblos vor. Zwischen 3 und 4 Uhr nachts alarmierte sie den Notruf. Als die Rettungskräfte eintrafen, konnten sie nur noch seinen Tod feststellen.
Die Autopsie und toxikologischen Untersuchungen ergaben, dass Eric an einer Überdosis des Opioids Fentanyl starb – etwa das Fünffache der tödlichen Dosis.
März 2023: Witwe veröffentlichte Kinderbuch
Ein Jahr nach seinem Tod brachte Kouri das Kinderbuch "Are You With Me?" heraus, für das sie sogar TV-Interviews gab. Beschrieben wird es als "einfühlsames, warmherziges Buch, das Kinder behutsam durch die schwierige Erfahrung begleitet, einen geliebten Menschen zu verlieren. Geschrieben von einer liebevollen Mutter, die diesen Schmerz selbst erlebt hat, schenkt es jungen Leserinnen und Lesern auf zugängliche und ansprechende Weise Trost und Geborgenheit."
Mai 2023: Kouri Richins wird verhaftet
Nur kurze Zeit nach der Buchveröffentlichung, am 8. Mai 2023, wurde Kouri verhaftet. Ermittler warfen ihr vor, ihren Ehemann mit einer Fentanyl-Überdosis, die sie in sein Getränk gemischt haben soll, getötet zu haben. Auf ihrem Handy fand man belastende Hinweise darüber, dass sie Fentanyl-Pillen gekauft haben soll. Zudem konnten Digitalforensiker im Suchverlauf Fragen wie "Was ist eine tödliche Dosis Fetanyl?" oder "Wenn jemand vergiftet wird, wie steht das dann auf der Sterbeurkunde?" nachweisen.
März 2026: Richins wegen Mordes schuldig gesprochen
Der gesamte Fall, inklusive des rund sechsminütigen Notrufs, wurde am 16. März 2026 vor Gericht behandelt. Laut Associated Press benötigten die Geschworenen knapp drei Stunden, um zu einem Urteil zu gelangen: Kouri Richins wurde wegen
- "aggravated murder" (eine besonders schwere Form des Mordes)
- versuchter Tötung (Kouri hatte Wochen zuvor bereits schon versucht, ihren Mann zu vergiften)
- Besitz von Drogen mit der Absicht zur Weitergabe
- sowie Versicherungsbetrugs‑ und Urkundenfälschungsdelikten
schuldig gesprochen.
Obwohl die 35-Jährige auf nicht schuldig plädierte und die Vorwürfe bestritt, sagte Richins in dem Prozess nicht aus und benannte auch keine Zeugen. Die Strafverkündung ist für den 13. Mai 2026 angesetzt. Der 35-Jährigen drohen 25 Jahre bis lebenslange Haft.
Was war das Mordmotiv?
Als Motiv führte die Staatsanwaltschaft finanzielle Probleme an. Kouri Richins soll Schulden in Höhe von 4,5 Millionen US-Dollar gehabt und bereits eine Zukunft mit einem anderen Mann geplant haben. Offenbar hatte sie es auf Lebensversicherungen abgesehen, die sie ohne das Wissen ihres Mannes auf seinen Namen abgeschlossen hatte, sowie auf sein Vermögen von über vier Millionen US-Dollar.
Wie Associated Press berichtet, wurden den Geschworenen Textnachrichten vorgelegt, in denen die 35-Jährige davon fantasierte, sich von ihrem Mann zu trennen, sein Vermögen zu erben und einen anderen Mann zu heiraten.
Die Kinder leben inzwischen bei Verwandten von Eric Richins. Der scheinbar tragische Schicksalsschlag in der Familie entwickelte sich zu einem aufsehenerregenden Mordfall in den USA, der mit großem Medieninteresse verfolgt wurde. Nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass die Angeklagte zuvor ein Kinderbuch zur Trauerbewältigung verfasst hatte.
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