Bub nach Poolunfall für tot erklärt – Puls erst in Leichenhalle entdeckt
Nach einem Poolunfall in den USA wurde ein 18 Monate alter Bub irrtümlich für tot erklärt. Erst in der Leichenhalle bemerkten Mitarbeiter noch einen schwachen Puls. (Symbolbild)
Im Rahmen einer Super-Bowl-Feier in der Stadt Gilbert im US-Bundesstaat Arizona war ein 18 Monate alter Bub für etwa zehn bis 15 Minuten unbeaufsichtigt. Das Kleinkind wurde schließlich von seiner Mutter regungslos mit dem Gesicht nach unten im Gartenpool treibend gefunden. Im Krankenhaus wurde der Bub irrtümlich für tot erklärt. Erst Stunden später bemerkte ein Transportteam der Gerichtsmedizin, das den Leichnam aus dem Kühlraum abholen sollte, einen schwachen Herzschlag.
Der Unfall ereignete sich bereits am 8. Februar. Nun wurden zwei erschütternde Notrufmitschnitte sowie ein neuer Polizeibericht veröffentlicht. Zudem müssen die Eltern mit Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Kindesmisshandlung rechnen.
Arzt erklärt Bub irrtümlich für tot
Gegen 17:30 Uhr gingen zwei Notrufe ein. Angehörige haben unmittelbar zuvor mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Schätzungsweise rund fünf Minuten soll der Eineinhalbjährige unter Wasser gewesen sein. Die eintreffenden Rettungskräfte setzten die Reanimation fort und brachten den Buben unverzüglich in das Gilbert Mercy Hospital. Dort versuchte das medizinische Personal unermüdlich, das Kleinkind wiederzubeleben. Ein Arzt kam schließlich zu dem Schluss, dass keine Hoffnung mehr bestehe, und erklärte den Buben gegen 18:20 Uhr für tot. Laut dem Polizeibericht sollen aber zuvor sowohl Polizeibeamte als auch eine Pflegekraft schwache Lebenszeichen bemerkt haben.
Ein Beamter gab an, den behandelnden Arzt darauf hingewiesen zu haben, dieser habe seine Einwände jedoch zurückgewiesen. „[Der Arzt] sagte mir arrogant, er sei der Arzt, er habe den Doktortitel, er habe ja nicht umsonst Medizin studiert, und ich solle ihn einfach machen lassen“, zitiert ihn The New York Post unter Berufung auf den Polizeibericht.
Bei Abholung aus Leichenhalle: Herzschlag bemerkt
Die Eltern wurden anschließend über den Tod ihres Sohnes informiert und fuhren in unvorstellbarer Trauer nach Hause. Als Mitarbeiter der Gerichtsmedizin den Leichnam gegen 23:52 Uhr aus dem Kühlraum abholen sollten, bemerkten sie jedoch, dass der Bub noch einen Puls hatte. „Er atmete noch“, heißt es in dem Bericht laut NBC News. Umgehend wurde die Familie benachrichtigt und der 18 Monate alte Bub per Hubschrauber ins Phoenix Children's Hospital geflogen. „Das Kind hat letztendlich überlebt und wurde aus dem Krankenhaus entlassen“, teilte die Polizei von Gilbert in einer Erklärung mit.
Langer Genesungsprozess steht bevor
Sein Zustand war zunächst äußerst besorgniserregend. Die Ärzte befürchteten schwere Hirnschäden, zudem waren mehrere Organe infolge des Sauerstoffmangels beeinträchtigt. Ein MRT brachte schließlich die überraschende Entwarnung: Der Bub hatte lediglich eine Hirnprellung, von der sich sein Gehirn im besten Fall vollständig erholen kann. Dennoch steht dem Kind ein langer und schwieriger Genesungsprozess bevor, da sich auch seine Organe erst nach und nach von den Folgen des Sauerstoffmangels erholen müssen.
Eltern positiv auf THC getestet
Wie NBC unter Berufung auf den Polizeibericht mitteilt, haben die Eltern während des Football-Spiels möglicherweise nicht bemerkt, dass sich ihr Sohn von ihnen entfernte und zum Swimmingpool gelaufen ist, da „der Geisteszustand beider Elternteile möglicherweise durch Marihuana und/oder andere bewusstseinsverändernde Substanzen beeinträchtigt war“. In dem Bericht heißt es weiter, dass beide bestätigt haben, am Morgen des Vorfalls Marihuana geraucht zu haben.
Die Ereignisse vom 8. Februar stehen nun im Mittelpunkt der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Ob gegen die Eltern tatsächlich Anklage erhoben wird, ist derzeit noch unklar.
Kommentare