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Alarmstufe Sommer: Wie heiß kann es eigentlich noch werden?

Der Klimawandel macht Hitzewellen häufiger, länger und intensiver. Wo es künftig besonders heiß wird und wann Europa die 50-Grad-Marke knacken könnte.
Hitzewelle - Au§enthermometer

Alarmstufe Rot. Das kennt man aus dem Katastrophenschutz. Oder von terroristischen Bedrohungslagen. Neuerdings gilt sie auch für das Wetter. Geosphere Austria hat am Mittwoch die höchste Hitzewarnstufe für den Nordosten Österreichs, den Raum Wels, Linz, Klagenfurt, Villach und Graz ausgerufen. Für die Steiermark ist es die erste Warnung dieser Art überhaupt. Sie gilt, wenn die gefühlte Temperatur über 40 Grad Celsius liegt, selbst die Nächte kaum abkühlen und die Belastung für die Menschen enorm hoch ist.

Die Hitze ist längst nicht mehr bloß Wetter. Sie belastet Infrastruktur, Gesundheitssysteme und den Alltag. Sie zwingt Regierungen zu Krisensitzungen, so wie vergangene Woche in Paris: Hitzetote und Stromausfälle in Tausenden Haushalten, im Süden des Landes musste ein AKW heruntergefahren werden – der Fluss, der die Reaktoren kühlen soll, war zu warm.

Frankreich hat die Hitze gerade überstanden. Wir sind noch mittendrin. Schon jetzt ist es die längste Juni-Hitzewelle, die es in Österreich je gegeben hat. Und auch der Allzeit-Temperaturrekord von 40,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg 2013 könnte am Sonntag erreicht oder übertroffen werden.

„Hitzewellen werden zukünftig mit der globalen Erwärmung länger andauern und teilweise mit neuen Temperaturrekorden einhergehen“, sagt Marcus Rubel, Meteorologe bei der Ubimet. Experten von Climameter haben errechnet, dass die derzeitige Hitzewelle ohne Klimawandel um vier Grad kühler wäre.

Die Belastung wird besonders in den Ballungsräumen zunehmen. In Österreichs Landeshauptstädten hat sich Zahl der Hitzetage mit mindestens 30 Grad und der Tropennächte über 20 Grad in den vergangenen Jahrzehnten bereits vervielfacht. Spitzenreiter ist Eisenstadt, dort gab es von 2020 bis 2025 im Schnitt 31,8 Hitzetage jährlich. Zwischen 1961 und 1190 waren es noch 11,4.

Hitze-Hotspots

„Global gesehen steigt die Durchschnittstemperatur zum Nord- und Südpol hin schneller an als rund um den Äquator“, sagt Marcus Rubel. In Europa gelten die Regionen im Landesinneren der Mittelmeerländer als Hitze-Hotspots.

50-Grad-Marke in Europa könnte bis 2025 fallen

Bis 2050 werde man dort häufiger Temperaturen um die 45 Grad messen, sagt Marcus Rubel von Ubimet, auch die 50-Grad-Marke könnte im südlichen Europa bis 2050 erstmals fallen. Der Rekord liegt derzeit bei 48,8 Grad, gemessen am 11. August 2021 nahe Syrakus in Sizilien.

Wenn die Hitze endet, folgt nicht selten der nächste Extremzustand – sie begünstigt nämlich Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Das könnte kommende Woche auch auf Österreich zukommen. Der Wetterbericht sagt Gewitter an.

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