Beliebtes Urlaubsziel: Trasimeno-See in Italien schrumpft
Zusammenfassung
- Am Trasimeno-See in Umbrien wurde wegen des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands von rund 1,70 Metern unter dem hydrometrischen Nullpunkt die Fährverbindung zur Insel Polvese vorerst eingestellt.
- Die anhaltende Hitzewelle in Mittelitalien brachte in Umbrien Rekordtemperaturen von bis zu 39,9 Grad und führte zu mehr Notrufen sowie Hilfsmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen.
- Der flache Trasimeno-See reagiert besonders empfindlich auf Trockenheit, die auch die Blütezeit und Linsenfelder auf der Hochebene von Castelluccio di Norcia in diesem Jahr deutlich beeinträchtigt.
Die anhaltende Hitzewelle und die Wasserknappheit in Mittelitalien haben am Trasimeno-See in der Region Umbrien erste spürbare Folgen für Tourismus und Schiffsverkehr. Wegen des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands wurde die Fährverbindung zur Insel Polvese vorerst eingestellt. Nach Angaben der Behörden liegt der Pegel des Sees derzeit rund 1,70 Meter unter dem hydrometrischen Nullpunkt. Damit ist das Risiko groß, dass die Fähren auf Grund laufen.
Auch die Strandbar und die Herbergen auf der Insel mussten ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Der Verband der Gemeinden am Trasimeno-See und die Region Umbrien arbeiten nach eigenen Angaben an einer Übergangslösung. Geprüft wird unter anderem der Einsatz privater Boote, die auch in sehr flachem Wasser verkehren können. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Betreiber Busitalia Einschränkungen im Schiffsverkehr angekündigt.
Hitzewelle sorgte für Rekordtemperaturen
Die Hitzewelle sorgte in Umbrien zugleich für Rekordtemperaturen. In Città di Castello wurden am Sonntag mit 39,9 Grad die höchsten Werte der Region gemessen. In Perugia und Assisi waren es jeweils 39,2 Grad. Nach Angaben des Rettungsdienstes stieg die Zahl der Notrufe in den vergangenen Tagen stark an. Besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen litten unter Dehydrierung und Kreislaufproblemen. Die Kommunen richteten klimatisierte Aufenthaltsräume ein und bieten Hilfsdienste wie Einkaufs- und Medikamentenlieferungen sowie spezielle Hotlines für besonders gefährdete Menschen an.
Der Lago Trasimeno ist der viertgrößte See Italiens und der größte See der Region Umbrien. Er liegt zwischen Perugia und der Toskana auf rund 257 Metern Höhe und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 128 Quadratkilometern. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur etwa vier bis fünf Metern zählt er zu den flachsten großen Seen Europas und reagiert deshalb besonders empfindlich auf Trockenperioden und sinkende Niederschläge.
Auch die berühmte Blütezeit auf der Hochebene von Castelluccio di Norcia in Umbrien leidet unter der Trockenheit. Wegen der außergewöhnlichen Witterung fällt das sonst farbenprächtige Naturschauspiel in den Linsenfeldern der Gegend in diesem Jahr deutlich schwächer aus. Nach Einschätzung von Experten haben die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit das Wachstum zahlreicher Wildblumen und der für die Region typischen Linsenfelder beeinträchtigt. Das Dorf Castelluccio in der Nähe der umbrischen Kleinstadt Norcia ist bekannt für seine Linsen und für das Farbspektakel, wenn die Felder der Hochebene im Frühsommer in voller Blüte stehen.
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