© APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Chronik Welt
01/29/2020

Greta Thunberg will "Fridays for Future" als Marke schützen

Der Antrag wurde bereits gestellt. Die Stiftung sei ein wichtiges Mittel, um transparent Geld zu spenden, sagt die Familie.

von Susanne Bobek

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, 17, will sich die Markenrechte für den Slogan „Fridays for Future“ schützen lassen. Das versucht auch bereits eine ihrer Unterstützerinnen.

Dies ergaben die Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit. Am 23. Dezember sei ein entsprechender Antrag beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum im spanischen Alicante eingegangen.Antragsteller sei eine Stiftung, die bisher nicht bekannt war: „Stiftelsen The Greta Thunberg and Beata Ernman Foundation“ mit Sitz in Stockholm.

Beata ist Gretas kleinere Schwester, Ernman der Mädchenname der Mutter, einer in Schweden sehr bekannten Sängerin.

In dem Genehmigungsverfahren kann die Öffentlichkeit noch bis zum 24. April Widerspruch gegen die Anmeldung einlegen.

Auf Anfrage erklärte ein Sprecher der Thunberg-Familie,  die Stiftung sei von Greta Thunberg und ihrer Familie gegründet worden. „Das Ziel der Stiftung ist die Förderung ökologischer, klimatischer und sozialer Nachhaltigkeit sowie psychischer Gesundheit.“  Die Stiftung sei ein wichtiges Mittel, um „transparent Geld zu spenden“. Es ist nicht klar, ob sich die Familie vor Geschäftemachern schützen will, oder ob sie Geld braucht.

Wettlauf um Rechte

Neben der Stiftung versucht auch die Thunberg-Unterstützerin  Janine O’Keeffe, sich das Markenrecht für bestimmte Produkte unter dem Namen „Fridays for Future“ zu sichern. In ihrem Antrag wird der Markenschutz für Rucksäcke, Mützen und  weitere Produkte beansprucht. „Es gibt keine Absicht, daraus Geld zu machen“, sagte O’Keeffe der Zeit. Der Name „Fridays for Future“ solle  vor Missbrauch geschützt werden.

Seit ihrem ersten Auftreten in der Öffentlichkeit polarisiert Greta Thunberg. Die Klimaaktivistin, die heute jeder kennt,  wird einerseits bewundert, andererseits vermuteten viele Kritiker von Anfang an, dass das Mädchen auch von PR-Profis zum Geldverdienen verwendet wird. Vor allem in skandinavischen Medien wurde immer darauf hingewiesen, dass der erfolgreichste schwedische PR-Manager und Börsenspezialist, Ingmar Rentzhog, Greta gezielt aufbaute. 2017 gründete er die Aktiengesellschaft „We don’t have time“.

Geld verdienen

Sein Ziel, das er einst im Svenska Tagbladet ausgab: Das „weltweit größte soziale Netzwerk für Klimaaktion“ zu schaffen und damit möglichst viel Geld zu verdienen.

Schon der allererste Schulstreik von Greta im August 2018 wird von Rentzhog und seinem Medienteam ins rechte Bild gesetzt. Fotos und Videos – PR-professionell gleich in englischer Sprache – lässt Rentzhog von Facebook bis Instagram viral verbreiten. Auf dem Youtube-Kanal von „We don’t have time“ kann man vom ersten Moment an die Kampagne für Greta bestaunen. Fast zeitgleich veröffentlicht Gretas Mutter ein Buch über das Familienleben. In einem Börsenbriefing über Rentzhogs Firma heißt es: „Unser Vorbild ist TripAdvisor.com, das mit seinen 390 Millionen Usern Unternehmen bewertet und beeinflusst.“  Gretas Vater hat sich von Rentzhof distanziert, wovon er lebt, ist unklar.  


 

 

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