Toxische Dämpfe? Lehrerin (27) stirbt nach Schwimmtraining im Fitnessstudio
São Paulo: Lehrerin (27) stirbt nach Schwimmtraining: Laut Polizei besteht der Verdacht auf Vergiftung durch Chemikalien im Pool. Mehrere Personen wurden ins Krankenhaus gebracht. (Symbolbild)
Eine 27-jährige Lehrerin ist nach einem Schwimmtraining in einem Pool eines Fitnessstudios in São Paulo, Brasilien, zusammengebrochen und kurze Zeit später verstorben. Auch ihr 31-jähriger Ehemann sowie weitere Kursteilnehmer mussten mit gesundheitlichen Beschwerden ins Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt gibt es mittlerweile sechs Personen mit Vergiftungsanzeichen.
In der Nähe des Beckenrands stellten Ermittler einen Eimer mit Chemikalien sicher. Derzeit wird vermutet, dass eine verunreinigte oder unsachgemäß angemischte Chlormischung zur Bildung toxischer Dämpfe und Kontamination des Wassers geführt haben könnte.
Frau verstirbt nach Schwimmtraining
In einem Video der Überwachungskamera vom 7. Februar ist zu sehen, wie die 27-Jährige bereits im Wasser Anzeichen von Krankheit zeigt: Sie wirkt wie benommen und kann das Becken nicht mehr selbstständig verlassen. Ihr Ehemann sowie weitere Badegäste eilen ihr zu Hilfe und ziehen ihren geschwächten Körper aus dem Wasser. Kurz darauf versucht sie noch, aufzustehen und ins Foyer des Fitnessstudios zu gehen, wo sie zusammenbricht.
Im Krankenhaus verschlechterte sich ihr Zustand und sie verstarb schließlich an einem Herzstillstand. Auch ihr Mann zeigte Vergiftungssymptome und befindet sich in kritischem Zustand unter ärztlicher Betreuung.
Mehrere Badegäste zeigten Vergiftungssymptome
Nach Angaben des Sicherheitsministeriums wurde zudem ein Mann, eine Frau (beide 37) und ein 14-jähriger Jugendlicher nach dem Schwimmtraining wegen gesundheitlicher Beschwerden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Teenager musste sogar künstlich beatmet werden.
In einer Pressekonferenz vom 10. Februar bestätigte die Polizei, dass die Zahl der Opfer mit Vergiftungssymptomen auf sechs gestiegen ist.
Eimer mit Chemikalien am Beckenrand
Die Videoaufnahmen zeigen zudem einen Angestellten – er war für Reinigung und chemische Behandlung des Pools verantwortlich – der in einem angrenzenden Raum Chemikalien in einem Eimer vermengt. Dabei treten deutlich sichtbare Dämpfe auf.
Laut dem brasilianischen Nachrichtenportal G1 äußerte der Kriminalbeamte Alexandre Bento den Hauptverdacht bezüglich des Umgangs mit den Chemikalien:
"An jenem Tag, gegen 13:20 Uhr, fand die letzte Unterrichtsstunde statt. Der junge Mann brachte daraufhin die vorbereitete Mischung und stellte sie in die Nähe des Schwimmbeckens, da er darauf wartete, dass der Unterricht vorbei war, um das Produkt in das bereits trübe Wasser zu geben. Doch dann verließ er den Raum. Da dieser geschlossen und recht beengt war, begannen sich die Gase auszubreiten, sodass die Personen Atemnot bekamen."
Bento erklärte gegenüber TV Globo, dass es ersten Erkenntnissen zufolge zu einer chemischen Reaktion kam, die die gesamte Luft verunreinigte. Die schlechte Luftzirkulation führte möglicherweise zu einer Konzentration der toxischen Gase.
Chemischer Geruch und seltsamer Geschmack im Wasser
Laut Polizeibericht bemerkte das Ehepaar bereits während des Schwimmtrainings einen außergewöhnlich starken chemischen Geruch sowie einen seltsamen Geschmack im Wasser. Daraufhin informierte der Ehemann der Lehrerin die anderen Badegäste und riet ihnen dringend, das Wasser zu verlassen. Der Polizeichef erklärte: "Dank Julianas Ehemann, der schnell reagierte und die Leute aufforderte, den Pool zu verlassen, sind keine weiteren Menschen ums Leben gekommen."
Statement von Fitnessstudio
Das Fitnessstudio äußerte sich in deiner Stellungnahme in den sozialen Medien:
"Mit tiefem Bedauern haben wir die Nachricht vom Tod einer unserer Schülerinnen erhalten. Wir stehen der Familie und den Freunden in vollstem Maße bei. [...] Wir möchten klarstellen, dass wir, sobald wir von dem Vorfall erfahren haben, die Aktivitäten im Schwimmbad sofort eingestellt, den Rettungsdienst verständigt und alle Anweisungen der zuständigen Behörden befolgt haben.. [...] Wir führen eine gründliche interne Untersuchung durch und kooperieren außerdem mit den zuständigen Behörden und der laufenden Untersuchung."
Die Polizei ermittelt mit Hochdruck zu den Hintergründen des Vorfalls. Die endgültigen Ergebnisse der toxikologischen Laboruntersuchungen stehen noch aus.
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