© EPA/IAN LANGSDON

Chronik Welt
09/07/2021

Frankreich trauert um Belmondo: "Selbst Helden sind verletzbar"

Der Tod des Filmstars hat in der Grande Nation eine Staatstrauer ausgelöst. Geplant ist eine einmalige Abschiedszeremonie.

Aus Paris, Simone Weiler

Seit dem Bekanntwerden des Todes von Jean-Paul Belmondo mit 88 Jahren am Montagnachmittag häufen sich in seinem Heimatland die Würdigungen für den Schauspieler. Mit Belmondo sei ein „nationaler Schatz“ gegangen, hieß es aus dem Élysée-Palast. „Er wirkte unaufhaltbar. Aber seit Achilles wissen wir, dass selbst Helden verletzbar sind.“

Die Worte können, so scheint es, gar nicht groß und schwerwiegend genug sein, um den charismatischen Star der Nouvelle Vague und zugleich Volksschauspieler zu rühmen.

2019 noch überreichte ihm Präsident Emmanuel Macron die höchste Würdigung des Landes und machte Belmondo zum Ritter der Ehrenlegion. Zwei Jahre zuvor wurde er von Macrons Vorgänger François Hollande bereits als Großoffizier des Nationalen Verdienstordens ausgezeichnet.

Am Donnerstag wird für „Bébel“, wie ihn die Franzosen liebevoll nannten, eine nationale Zeremonie im Invalidendom von Paris in Anwesenheit von Macron und seiner Ehefrau Brigitte organisiert. Nur wenigen, wie beispielsweise dem äußerst populären Sänger Johnny Hallyday, wurde bisher eine solche Ehre zuteil.

Belmondo zählte zu einer Generation der ganz Großen von Frankreichs Leinwand-Geschichte, auf einer Ebene mit Brigitte Bardot, Catherine Deneuve oder Alain Delon. „Ich bin komplett vernichtet“, so reagierte der 85-jährige Delon auf die Todesnachricht. „Ich werde mich festkrallen, damit ich in fünf Stunden nicht dasselbe mache wie er. Dabei wäre es gar nicht so schlecht, wenn wir beide gemeinsam gehen würden.“

Von fast allen Titelseiten der französischen Presse strahlte am Dienstag Belmondo – manchmal in seinen jungen Jahren mit dem ansteckenden Lachen und den vielen Falten im sonnengebräunten Gesicht, manchmal schon älter und reifer mit ergrautem Bart. „Le Magnifique“, stand daneben, also „Der Wunderbare“, in Anspielung an den Titel einer seiner rund 80 Filme. „Ein Teufelskerl“ hieß der Streifen auf Deutsch.

Wohl kein andere Schauspieler habe eine solche Nähe zu den Franzosen aufgebaut, sagte die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot. Vielleicht ist es auch eine ganze Film-Ära, die zum Stolz des Landes gehört, für die „Bébel“ stand – und die ihn nun beweint.

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