Meterlange Schlangen vor Berghütte: Dieses Gebäck lockt Touristen
Die Vanillekrapfen der Friedrich-August-Hütte in den Dolomiten sind durch TikTok und Instagram zum Hype geworden. Touristen stehen Schlange für das Gebäck. (Symbolbild)
Die Dolomiten ziehen jedes Jahr aufs Neue unzählige Touristen in ihren Bann: Atemberaubende Bergpanoramen, steil abfallende Hänge und spektakuläre Landschaften locken Wanderer und Influencer zu beliebten Reise- und Fotospots. Sehr zum Ärger des Südtiroler Alpenvereins, denn die wachsende Popularität führt immer wieder zu Massenanstürmen (KURIER berichtete). Laut Carlo Alberto Zanella, dem Vereinspräsidenten, fehle es vielen Besuchern an Respekt gegenüber der Bergwelt.
Der neueste Hotspot dürfte es nicht besser machen: Auf der Friedrich-August-Hütte werden mit Vanillecreme gefüllte Krapfen verkauft. Und die sorgen dafür, dass sich meterlange Menschenschlangen durch das Bergpanorama schlängeln.
Hype um Krapfen auf Berghütte
Sozialen Medien wie Instagram und vor allem TikTok sei „Dank“, dass das mit Puderzucker bestäubte Gebäck erneut einen Hype erlebt. Denn die hausgemachten Krapfen werden schon seit mehreren Jahren auf der Berghütte im Gemeindegebiet von Campitello di Fassa im Trentino verkauft, doch Videos von ihrer – zugegeben imposanten – Präsentation gingen auch heuer wieder viral und erreichten ein Millionenpublikum. Bei so viel Social-Media-Aufmerksamkeit entsteht bei so manchen offenbar schnell der Gedanke: „Das will ich auch!“
Laut der italienischen Zeitung Il T Quotidiano werden in den Sommermonaten täglich Hunderte Krapfen gebacken, um dem Ansturm gerecht zu werden. Sie liegen Reih und Glied auf einer meterlangen Auslage im Außenbereich der Schutzhütte, dahinter erstreckt sich das malerische Bergpanorama. Ein Anblick, der durchaus ästhetischen Reiz vermittelt und so manches Influencer-Herzen höherschlagen lässt.
Rund vier Euro kostet das Stück, sofern man überhaupt noch eines ergattert, nachdem man sich zuvor die Beine in den Bauch gestanden hat. Der vermeintliche Zauber ergibt sich aus der Kombination verschiedener Faktoren: dem Gefühl, etwas Begehrtes zu ergattern, dem spektakulären Fotomotiv, der eindrucksvollen Präsentation der Krapfen und der Möglichkeit, ein frisch gebackenes Gebäck mitten in den Bergen zu genießen.
Anwohner genervt vom Massentourismus
Bei den Einheimischen hält sich die Begeisterung über den Hype allerdings in Grenzen. Auf Social Media machen sie ihrem Ärger Luft. Dort heißt es etwa: „Dank TikTok ist ganz Italien im Sommer zu einem unerträglichen Ort geworden.“ Ein anderer Nutzer kommentierte: „Kein Wunder! Solange sie ihn in den sozialen Medien weiterhin so darstellen, als wäre es die einzige Berghütte auf der Welt. Vor ein paar Jahren gab es diese Schlange noch nicht.“
Kommentare