Briefkasten als Grabstein: Kinder schreiben verstorbenem Vater (†46) Nachrichten
Eine Familie aus dem Schwarzwald schreibt ihrem verstorbenen Vater Briefe und wirft diese in einen Briefschlitz im Grabstein. (Symbolbild)
Jeder Mensch geht anders mit der Trauer um einen geliebten Menschen um. Für die vierfache Mutter Christina Schmid (43) war es ein besonders schwerer Schicksalsschlag, als ihr Ehemann 2023 den Kampf gegen Krebs verlor. Sein Grab in Bad Wildbad im Schwarzwald ist seitdem zu einem ganz besonderen Ort für die Familie geworden.
Regelmäßig schreiben die Kinder ihrem Vater Nachrichten und kleine Briefe, die sie durch einen Schlitz im Grabstein einwerfen.
Vater an Krebs gestorben
Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, ist Klaus Schmid vor rund drei Jahren an Krebs gestorben. Mit ihren Kindern Ben (13), Ida (10) und den sechsjährigen Zwillingen spricht Christina Schmid oft über ihren "Löwenpapa" und hält so die Erinnerungen an ihn lebendig.
Grabstein mit Briefschlitz
Sein Grab ist für die Familie zu einem Ort der Zusammenkunft und Verbundenheit geworden: Dort essen sie die Lieblingskekse ihres Vaters und picknicken gemeinsam auf der Bank. Doch die Suche nach einem Grabstein, der ihrem verstorbenen Ehemann wirklich gerecht wird, gestaltete sich anfangs schwierig. Außerdem war es der 43-Jährigen wichtig, ihre Kinder miteinzubeziehen.
Schließlich stieß sie bei der Recherche auf eine ganz besondere Idee: einen Grabstein mit integriertem Briefschlitz. Auch ein Fingerabdruck des Vaters, den die Familie bei ihren Besuchen berühren kann, wurde in das Design eingearbeitet.
"Das ist das Schöne, dass auch die Kinder das Gefühl haben, wir haben den Grabstein entworfen", sagt Christina Schmid. Wenn die Familie Sorgen hat oder sich ihrem verstorbenen Vater nahe fühlen möchte, schreiben sie Briefe oder kurze Nachrichten und werfen sie in den Schlitz des Steins.
Familie wirft Briefe und Nachrichten in Grabstein
Der 13-jährige Ben beschreibt, was ihm das bedeutet: "Da kann ich dann einfach einen Brief nehmen und alles reinschreiben, was mich gerade bedrückt und was ich ihm gerade sagen möchte."
Der Grabstein ist nach unten geöffnet, sodass niemand die persönlichen Worte lesen kann und sich das Papier mit der Zeit auf natürliche Weise in der Erde zersetzt. Für die Familie ist der außergewöhnliche Grabstein zu einem stillen Ort des Gesprächs geworden. Ein Platz, an dem sie ihrem Vater weiterhin ihre Gedanken anvertrauen können.
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