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Interaktiv
07/06/2020

Ausbreitung, Symptome, Betroffene: Die Corona-Krise in Echtzeit

Vom "China-Virus", wie Trump es nannte, hat sich das Coronavirus längst zur weltweiten Pandemie ausgewachsen. Hier finden Sie eine Übersicht zur aktuellen Lage in Österreich und der Welt.

von Laura Schrettl, Karl Oberascher

In folgenden Live-Grafiken liefern wir einen täglich mehrfach aktualisierten Überblick über die Ausbreitung des Coronavirus - weltweit, in Europa und Österreich

Wir beginnen in Österreich - mit einer Übersicht der Neuerkrankungen, Genesenen und Todesfälle auf einen Blick: 

Folgende Grafiken schlüsseln die Situation Bundesland für Bundesland und Bezirk für Bezirk auf. Für alle weiteren Bundesländer und die gesamte Österreich-Karte klicken Sie einfach auf "weiter".

Wien gibt als einziges Bundesland derzeit keine Zahlen für die einzelnen Bezirke aus, weshalb Sie die Bundeshauptstadt nur am Ende in der Gesamtübersicht sehen. 

Am 31. Dezember 2019 wurde das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China über eine Häufung von Patienten mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache informiert. Betroffen war die Großstadt Wuhan (Stadtgebiet: 8 Mio. Menschen, Metropolregion: 11 Mio. Menschen).

Chinesische Behörden teilten mit, dass einige Patienten als Händler auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan arbeiteten. Es ist der größte Fischmarkt in Wuhan mit mehr als 600 Ständen und 1.500 Arbeitern.

Fachleute erklärten früh, dass als Hauptwirt ein anderes Säugetier oder Geflügel infrage kommt. Derzeit geht man davon aus, dass das Virus von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

Am 15. Jänner gab es die erste Meldung über eine Corona-Infektion in Thailand.

Am 16. Jänner berichteten die Nachrichtenagenturen über die erste Erkrankung in Japan.

Am 30. Jänner gab Italien die ersten Coronavirus-Fälle (zwei Touristen aus China) bekannt.

Am 19. Februar meldete der Iran die ersten zwei Corona-Toten.

Am 11. März gab es den ersten Corona-Todesfall in Österreich. 

Zuwachsrate

Sieben Wochen lang gab es in Österreich strikte Ausgangsbeschränkungen. Schulen, Geschäfte, Lokale, Restaurants und Spielplätze waren geschlossen. Offen hatte, was die Österreicher zum Leben brauchten.

Die harten Maßnahmen waren notwendig, um eine exponentielle Ausbreitung und damit eine absehbare Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. 

Wie viele aktive Fälle gibt es nun aktuell in den Bundesländern? Das zeigt diese Grafik. 

Spitalsaufenthalte

Rund 2500 Intensivbetten gab es in ganz Österreich vor Ausbruch der Corona-Krise - und diese waren zum Teil bis zu 80 Prozent belegt. Wie die Bundesländer meldeten, wurden die Kapazitäten für Beatmungsgeräte daraufhin auf rund 3.000 aufgestockt - und gleichzeitig wurden bestehende Intensivbetten so weitestgehend freigehalten. Operationen wurden verschoben, Patienten verlegt. Vor diesem Hintergrund ist folgende Grafik zu sehen: 

Was ist mit den Tests? 

Testen! Testen! Testen! Aufgrund der hohen Zahl asymptomatischer Krankheitsverläufe lautet so die vielversprechendste Antwort auf die Eindämmung des Virus. Daher finden Sie in der nächsten Grafik einen Überblick über den Verlauf der Testungen in Österreich pro Tag. 

Verhältnis Männer / Frauen

Laut einer Auswertung chinesischer Krankheitsdaten stecken sich Frauen und Männer zwar ähnlich oft an, Männer sterben aber deutlich häufiger an Covid-19. Im Fall der rund 44.000 untersuchten Infizierten in China gab es 635 Todesfälle bei Männern, 370 bei Frauen. Der Erhebung zufolge liegt die Todesrate für Männer bei 2,8 Prozent, für Frauen bei 1,7. Je nach Land können die Zahlen geringfügig schwanken.

Es sind vor allem ältere Menschen ab 60 und Personen mit einem schwachen Immunsystem und diversen Vorerkrankungen gefährdet, schwerer an Covid-19 zu erkranken als junge und gesunde Menschen. Genau erforscht sind die Risikogruppen allerdings noch nicht.

Herz-Kreislauf-Kranke besonders gefährdet

Zudem sind auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (u. a. Bluthochdruck, Herzklappenfehler, koronare Herzkrankheit) und Diabetiker anfälliger.

Sterblichkeitsraten

Laut chinesischen Wissenschaftlern liegt die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 10,5 Prozent, bei Diabetikern bei 7,3 Prozent, bei Infizierten mit Atemwegserkrankungen bei 6,3 Prozent und bei Bluthochdruck bei 6,0 Prozent.

Allgemein wird von einer Sterblichkeitsrate zwischen einem und drei Prozent ausgegangen.

Todesrate nach Altersgruppe

Die österreichische Statistik deckt sich mit jener in schwer betroffenen Ländern wie Italien, wo der Altersschnitt bei rund 81 Jahren lag. Dort heißt es auch, dass fast 90 Prozent zuvor an einer oder mehreren schweren Erkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, gelitten haben.

Das ist auch der Grund, weshalb man nicht eindeutig weiß, ob jemand „mit“ oder dezidiert „an“ Covid-19 gestorben ist. Aber auch umgekehrt gilt: Nicht jeder Tote wurde zuvor auf die Infektion getestet. Die echten Sterbezahlen könnten also viel höher, aber auch viel niedriger sein.

Steigerungsrate

Österreich hat vergleichsweise früh harte Maßnahmen ergriffen. In dieser Grafik können Sie die Steigerungskurven der einzelnen Länder nachvollziehen. Wir haben mit China, Italien, Deutschland und Österreich die meistbetroffenen Länder bzw. Nachbarländer zum direkten Vergleich vor-ausgewählt. Sie können jederzeit jedes beliebige Land ergänzen bzw. abwählen. 

Mitte März hat Europa China als Corona-Krisenherd der Welt abgelöst (Anm.: Stand Anfang Juli sind inzwischen die USA und Lateinamerika neuer Hotspot).

In Italien und Spanien wurden die offiziellen Todeszahlen in China Ende März überschritten, in praktisch allen europäischen Ländern - eine Ausnahme etwa ist Schweden - gab es nach anfänglichem Zögern harte Ausgangsbeschränkungen. 

Hier sehen Sie die Ausbreitung über Europa

Weltweite Pandemie

Am 11. März, fast vier Monate nach dem Ausbruch in der chinesischen Provinz Wuhan, erklärte die WHO das Coronavirus zur weltweiten Pandemie

Folgende Grafik zeigt den Verlauf der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit. Klicken Sie auf den Play-Button ganz oben, um den Verlauf im Zeitraffer sehen zu können. Wählen Sie ein Land auf der Karte an, um den Zeitverlauf der Krankheit zu sehen. In der Zeitleiste können Sie den Tag verändern.

Nachdem Covid-19 in vielen Fällen, besonders bei Jüngeren, ohne Symptome verläuft, muss davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer der Infizierten deutlich höher ist als die offiziell bestätigten Fälle. Die Zahl der Todesopfer ist deshalb - so traurig das auch ist - eine verlässlichere Größe, mit der sich der Fortschritt der Ausbreitung bestimmen lässt.

Hier finden Sie eine Übersicht über die aktuell meist-betroffenen Länder weltweit. 

Symptome

Mit welchen Symptomen beginnt eine Infektion mit dem neuen Coronavirus? Und gibt es Unterschiede zur Grippe (noch immer sind mehr als 100.000 Menschen erkrankt) und zu harmlosen Erkältungen?

Was aber tun, wenn Fieber und Husten auftreten?

- Verdachtsfall:  Wer in einer Region war, in der von einer „anhaltenden Übertragung“ des neuen Virus ausgegangen werden muss, gilt nach wie vor als Verdachtsfall (in Europa sind das neben Italien der deutsche Landkreis Heinsberg und die Region Grand Est in Frankreich. Aktuelle Liste auf www.sozialministerium.at). Das Gleiche gilt bei einem Kontakt zu einem bestätigten Fall. In diesem Fall soll die Gesundheitsberatung 1450 angerufen werden.

- Zuerst Arzt, dann Hotline: Alle anderen sollten zuerst telefonisch einen niedergelassenen Allgemeinmediziner kontaktieren, in Wien am Wochenende und in der Nacht den Ärztefunkdienst 141. „Im Zweifel kann man aber auch bei 1450 anrufen.“ Die Gesundheitshotline 1450 sucht Unterstützung, vor allem am Wochenende und von 23.00 bis 07.00 Uhr, es geht um die Entgegennahme von Gesprächen im „First Level“ (einfache Gespräche mit Leitfaden; Anfragen an: gesundheitsberatung@sozialministerium.at).

Wichtige weiterführende Links und Artikel