© APA/AFP/PAUL ELLIS

Chronik Welt
11/15/2021

Anschlag in Liverpool: Taxilenker als Held gefeiert

David Perry sperrte den Attentäter angeblich in dem Auto ein, das vor einer Frauenklinik explodierte.

von Georg Szalai

Trotz Terror-Furcht und vieler offener Fragen feiert Liverpool den Taxifahrer David Perry als neuen Helden. Die Polizei in der nordwestenglischen Stadt erklärte am Montag die Explosion eines Autos vor einer Frauenklinik am Tag zuvor zum Terrorakt, bei dem ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter getötet wurde. Dessen Identität war zunächst noch nicht geklärt.

"Nachforschungen haben ergeben, dass ein improvisierter Sprengsatz hergestellt wurde", sagte Russ Jackson von der Anti-Terroreinheit für Nordwest-England. "Wir gehen davon aus, dass dieser vom Fahrgast gebaut wurde."

Misstrauisch geworden

Aber der "hero cabbie", also "Taxifahrer-Held", Perry habe an der Kleidung des Passagiers eine Lampe erkannt, die ihn misstrauisch gemacht habe, so ein Freund zur Daily Mail.

Laut dem Freund und der Liverpooler Bürgermeisterin Joanne Anderson stieg der Fahrer aus seinem Wagen und verriegelte die Türen der Passagiersitze. Ein von Medien veröffentlichtes Video des Vorfalls zeigt Perrys Taxi, wie es vor der Klinik anhält und explodiert; dann springt der Lenker aus dem Gefährt, bevor es in Flammen aufgeht.

Anderson lobte gegenüber der BBC die "heldenhaften Anstrengungen" des Taxilenkers, die eine Katastrophe abzuwenden halfen, "die absolut schrecklich hätte sein können". Auch der britische Premier Boris Johnson lobte die "unglaubliche Geistesgegenwart und Tapferkeit" Perrys. Dieser wurde laut Polizei verletzt, hat aber das Spital bereits verlassen.

Perrys Ehefrau Rachel war gegenüber der Presse nüchterner: "Es kursieren viele Gerüchte, dass er ein Held ist und den Passagier im Auto einschloss. Aber die Wahrheit ist, dass er zweifellos Glück hat, am Leben zu sein".

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„Motiv nicht klar“

Am Sonntag hatte die Polizei drei Männer im Alter zwischen 21 und 29 Jahren wegen Terrorverdachts festgenommen; am Montag folgte ein vierter, 20. Laut Russ Jackson werden sie als Komplizen geführt. Auch der Inlandsgeheimdienst MI5 wurde eingeschaltet. Die Hintergründe der Tat waren am Montagnachmittag noch offen. "Das Motiv ist nicht klar", sagte Jackson.

Die Explosion ereignete sich kurz vor Beginn von zwei Schweigeminuten zum jährlichen "Remembrance Sunday", an dem das Land der britischen Gefallenen der beiden Weltkriege gedenkt.

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