Unwetter: Pitztal in Tirol kurzzeitig wieder erreichbar
Die großteils abgeschnittene Gemeinde St. Leonhard im Bezirk Imst war für kurze Zeit wieder erreichbar.
Nach den Murenabgängen auf die Tiroler Pitztalstraße (L16) Montagabend infolge von heftigen Unwettern haben die intensiven Aufräum- und Sicherungsarbeiten am Mittwoch einen ersten Erfolg gebracht. Am Abend um 18.00 Uhr wurde die bereits zuvor eingerichtete Umfahrungsstraße für den gesperrten Bereich dauerhaft einspurig mit Ampelregelung geöffnet, teilte das Land in einer Aussendung mit. Die Dauer der Sperre der Pitztalstraße blieb indes vorerst weiter offen.
Vor der dauerhaften Öffnung der Umfahrungsstraße hatten die Bewohner der großteils abgeschnittenen Gemeinde St. Leonhard (Bezirk Imst) ab Mittwochvormittag für begrenzte Zeitfenster von 15 Minuten wieder taleinwärts und talauswärts fahren können.
Die Pitztalstraße blieb hingegen im Bereich zwischen den Ortsteilen Hairlach und Eggenstall im Gemeindegebiet von St. Leonhard weiterhin für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Wiederherstellung der gesamten Straße war vorerst zeitlich nicht abschätzbar.
Die Aufräumarbeiten waren bereits seit Dienstagvormittag voll im Gange gewesen. Auch in der Nacht wurde durchgearbeitet: Rund 50 Einsatzkräfte der vier Feuerwehren des Pitztals, Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zams und des Wasserbaus des Baubezirksamts Imst sowie weitere Helfer von externen Firmen standen im Einsatz. Mit der Hilfe von neun Baggern und fünf Lkw wurde die Umfahrung hergestellt.
Rund 1.000 Einwohner waren betroffen
Rund 1.000 Einwohner von verschiedenen Ortsteilen von St. Leonhard im Pitztal waren betroffen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Herausfordernd war für die Einsatzkräfte am Dienstag auch die Stromsituation gewesen. Die zwischenzeitliche Unterbrechung der Stromversorgung im hinteren Pitztal ab dem Ortsteil Scheibrand konnte mittlerweile mit Hilfe der landeseigenen Tinetz wieder vollständig hergestellt werden, verlautete es Mittwochnachmittag.
Die Straße war auf einer Länge von rund 500 Metern von zwei Muren getroffen worden, Teile brachen weg. Rund 250 Meter der L16 wurden dabei völlig unterspült beziehungsweise weggerissen. Zu den Murenabgängen im hinteren Pitztal kam es im Bereich des Bichlbachs und des Hairlachbachs. Auch die Pitze trat stellenweise aus ihrem Flussbett und flutete die Straße. Zudem wurden vier Brücken in Mitleidenschaft gezogen und eine Stromleitung freigelegt.
Neben der Freilegung der Straße arbeitet man derzeit auch mit Hochdruck daran, die Pitze wieder in ihr ursprüngliches Flussbett zurückzuführen. „Erst nach Entfernung von Geröll und Schlamm sowie der Sicherung des Flussverlaufs können wir das gesamte Schadensausmaß an der Landesstraße erheben und mit den Instandsetzungsarbeiten beginnen. Der Fortschritt der Arbeiten ist positiv“, informierte Johannes Monz vom Baubezirksamt Imst.
Kaunertaler Gletscherstraße noch gesperrt
Die bereits Sonntagnachmittag ebenfalls von Muren verlegte und schwer beschädigte Kaunertaler Gletscherstraße (Bezirk Landeck) war unterdessen am Mittwoch wieder soweit freigeräumt, dass Versorgungsfahrten durchgeführt werden können. Die Straße bleibe aber ansonsten weiter gesperrt, betonte Kaunertals Bürgermeister Christian Kalsberger gegenüber der APA.
„Voraussichtlich Anfang kommender Woche“ werde die Gletscherstraße wieder geöffnet werden können. Bis dahin müsse der landeseigene Energieversorger Tiwag auch noch eine Stromleitung reparieren.
Betroffen von der Sperre seien nicht sehr viele Menschen, sondern vor allem solche auf Almen, so der Bürgermeister. Am Montag waren binnen kurzer Zeit rund 250 im hinteren Kaunertal „eingeschlossene“ Tagesausflugsgäste mit jeweils zwei Hubschraubern der Polizei und des Bundesheeres ausgeflogen worden.
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