Neue Tirol-Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1
Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP).
Seit 1945 steht die ÖVP unangefochten an der Spitze Tirols. Zählt man Karl Gruber, den für wenige Monate in einer provisorischen Landesregierung gleich nach Kriegsende amtierenden Landeshauptmann mit, stellten die Schwarzen alle zehn Landeshauptleute seither. Ausschließlich Männer übrigens.
Die letzte ÖVP-SPÖ-Koalition
Seit den Wahlen im Herbst 2022 regiert Anton Mattle in einer Koalition mit der SPÖ, sein Stellvertreter ist nach Georg Dornauers Abgang nun Philip Wohlgemuth. Somit gibt es in dem Bundesland eine der wenigen Landesregierungen, in der Schwarz und Rot noch zusammenarbeiten, nur in Kärnten dominieren die Parteien ebenfalls, da aber unter einem SPÖ-Landeshauptmann (Daniel Fellner) mit einem ÖVP-Vize (Martin Gruber).
In den meisten Bundesländern (Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg) regieren bereits schwarz-blaue Koalitionen, in der Steiermark gibt es seit 2024 eine blau-schwarze Regierung. Geht es nach einer aktuellen Umfrage, könnte es 2027 auch in Tirol bald zu einem Machtwechsel kommen.
Blau zieht mit Schwarz gleich
Das Foresight Institut hat für den ORF Tirol das Wahlverhalten erheben lassen: Wären kommenden Sonntag Landtagswahlen im Bundesland, würde die Landeshauptmannpartei ÖVP nicht nur 3 Prozentpunkte gegenüber 2022 verlieren, sondern die FPÖ auch deutlich zu ihr aufrücken. Es gäbe ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz.
Zwischen Mitte Juni und Anfang Juli wurden rund 800 Wahlberechtigte befragt, das Ergebnis:
- ÖVP - 29 Prozent
- FPÖ - 29 Prozent
- SPÖ - 12 Prozent
- Grüne - 11 Prozent
- Liste Fritz - 9 Prozent
- Neos - 5 Prozent
- KPÖ - 3 Prozent
- Sonstige - 2 Prozent
Allerdings gab rund ein Drittel der Befragten an, derzeit noch keine Parteienpräferenz zu haben, es sind also noch viele Stimmen zu haben.
Abgefragt wurden auch die amtierenden Regierungsmitglieder bzw. Parteiobleute, Anton Mattle kann demnach einen Landeshauptmann-Bonus für sich verbuchen: 29 Prozent der befragten Tirolerinnen und Tiroler waren der Meinung, er sei der geeignete Kandidat für das Amt als Landeschef.
Wie schnitten die Parteichefs ab?
FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger erreichte knapp die Hälfte (15 Prozent), gefolgt von Andrea Haselwantner-Schneider von der Liste Fritz mit 7 Prozent. SPÖ-Vizelandeshauptmann Philipp Wohlgemuth und Grünen-Chef Gebi Mair kamen jeweils bei der Landeshauptmann-Frage auf nur 4 Prozent Zustimmung.
In Tirol wird plangemäß im Herbst 2027 gewählt, zuletzt fanden die Wahlen am 25. September 2022 statt. Damals fuhr die ÖVP gegenüber 2018 ein Minus von 9,6 Prozentpunkten ein und kam nur noch auf 34,7 Prozent der Wählerstimmen.
ÖVP gegen Vorverlegung
Ihre absolute Mehrheit hat sie bereits 2003 verloren. Spekulationen über eine Vorverlegung der Landtagswahlen erteilte die ÖVP zuletzt eine Absage. Bereits im Vorjahr legte sich Mattle fest, dass er erneut als Spitzenkandidat antreten wolle.
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