Schock-Moment: Schulbus saß auf Bahnübergang fest - Zug musste notbremsen
Der Zug musste eine Notbremsung hinlegen.
Ein dramatischer Zwischenfall, der glücklicherweise ein gutes Ende nahm, hat sich bereits am Mittwoch vergangener Woche in Kitzbühel ereignet: Ein mit rund 30 Kindern und einigen Erwachsenen besetzter Schüler- bzw. Postbus kam offenbar trotz Rot-Signal am Bahnübergang bei der Hornkreuzung zu stehen, bestätigte die Polizei der APA einen Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ (Freitagsausgabe). Der Zug musste eine Notbremsung einleiten. Verletzt wurde niemand.
Bus zwischen Schranken eingeschlossen
Die Polizei ging nach derzeitigem Ermittlungsstand davon aus, dass der Fahrer wohl trotz Rot-Signals noch auf den Bahnübergang eingefahren sein musste. Der Mann selbst habe jedoch in einer Befragung angegeben, der Meinung zu sein, „dass es noch nicht Rot war“, wie es vom Bezirkspolizeikommando Kitzbühel gegenüber der APA hieß. Jedenfalls ging daraufhin schon der Schranken nieder, der Bus wurde de facto „eingeschlossen“, verlautete es von den ÖBB. Vollständig geschlossen wurde der Schranken aber nicht, da er auf der Hinterseite des Busses auflag. Dadurch sei eine Störungsmeldung an den Fahrdienstleiter ausgelöst worden, der prompt reagierte und in Folge eine Notbremsung des Zuges veranlasste. Dieser befand sich bereits „in der Nähe“. Die ÖBB betonten indes, dass die Sicherungsanlage funktionierte.
Fahrer derzeit „nicht im Lenkdienst“
Der Fahrer sei vorerst dienstfrei gestellt worden, befand sich laut Bahn also derzeit „nicht im Lenkdienst“. Man habe den Sachverhalt jedenfalls umgehend einer internen Prüfung unterzogen und werde zeitnah über disziplinarische Maßnahmen für den Mitarbeiter entscheiden. Es sei den ÖBB bewusst, dass Eltern ein hohes Vertrauen in das Unternehmen und die Fahrerinnen und Fahrer setzen, wenn ihre Kinder mit dem Postbus den Schulweg absolvieren, hieß es.
Seitens der Polizei wird gegen den Mann wegen eines Überschreitens bzw. eines Verstoßes gegen die Eisenbahnkreuzungsverordnung ermittelt. Ermittlungen wegen eines möglichen strafrechtlichen Tatbestandes gebe es hingegen nicht.
„Knapp an Katastrophe vorbeigeschrammt“
„Wir sind knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt“, kommentierte indes der Kitzbüheler Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP) den Vorfall gegenüber der „TT“. Sicherheitsstadtrat Alexander Gamper (FPÖ) organisierte laut dem Bericht am Tag darauf eine Aussprache, an der auch das Kriseninterventionsteam (KIT) des Roten Kreuzes teilnahm. Zehn betroffene Eltern hätten diese Gelegenheit genützt. Die Kinder hätten laut den Eltern einen großen Schrecken erlitten.
Die Stadt möchte unterdessen die Route des Busses ändern. Die Stadtbuslinie fahre derzeit eine Schleife über den Gesundheitshügel in der Gamsstadt. Auf dem Weg hinunter kam es zu dem Zwischenfall. „Der Bereich mit Eisenbahn und Straße ist dort sehr schwierig. Wir sind bereits im konkreten Kontakt mit dem Verkehrsverbund Tirol, damit der Bus dort nicht mehr fährt“, meinte Bürgermeister Winkler.
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