Sommersperre für bestimmte Pkw: Wie Salzburgs Verbot wirkt
Seit 1. Juli dürfen Tagestouristen nicht mehr mit dem Pkw in die Altstadt fahren (Symbolbild)
Für Bernhard Auinger ist der Fall eindeutig: „Die Sommerregelung funktioniert“, versichert der SPÖ-Stadtchef von Salzburg am Dienstag. Seit 1. Juli dürfen Tagestouristen nicht mehr mit dem Pkw ins Zentrum fahren, konkret sind die Zonen um die Kais, die Staatsbrücke und das Neutor betroffen. Die Maßnahme wurde nach Vorbild italienischer Städte im Frühjahr beschlossen.
Park & Ride-Plätze melden mehr Auslastung
1.000 Fahrten weniger täglich will die Stadtregierung damit bewirken; ob das Ziel in den ersten drei Wochen erreicht wurde, lässt sich aber nicht so ohne Weiteres sagen. Für „belastbare Aussagen im Hinblick auf Verkehrszählungen“ sei die Datenlage noch zu vage, heißt es. Indizien gäbe es jedenfalls, da die Park & Ride-Anlagen deutlich mehr Auslastung melden.
Ende des Sommers soll eine umfassende Bilanz, basierend auf der Auswertung der Verkehrsflüsse, vorgelegt werden. „Sie zeigt transparent, was die Regelung bewirkt hat und wo wir weiter ansetzen können“, betont Auinger. Erstmals in Salzburg eingesetzt wird auch ein sogenanntes kamerabasiertes Verkehrserfassungssystem, das die Menge an Kfz registriert und - anonym - auswertet.
Mehr Auslastung der Park & Ride-Plätze
Ein paar Zahlen gibt es aber von den Park & Ride-Anlagen:
- Beim Designer Outlet Center wurden bis 11. Juli 572 Tickets ausgegeben. Das entspricht laut Betreiber einem Plus von 117 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025.
- Am Flughafen wurde in den ersten beiden Juliwochen so viel verkauft wie im gesamten Juli 2025.
- Bei der Anlage Salzburg Süd wurden knapp 1.000 Tickets verkauft, das ist gegenüber 2025 eine Steigerung von 50 Prozent.
7,50 Euro beträgt der Tagestarif für Pkw in einer der Anlagen, das schließt aber auch Öffi-Tickets für bis zu fünf Personen ein. „Die deutlich bessere Auslastung zeigt, dass unser Angebot ankommt“, ist Planungsstadträtin Anna Schiester überzeugt. „Wir schaffen eine konkrete Alternative: Auto abstellen und unkompliziert mit den Öffis weiterfahren.“
Keine statistischen Daten der Polizei
Auch die Polizei sei zufrieden, ließ die Stadtpolitik wissen. Die Umsetzung der Sommerregelung verlaufe „weitgehend ruhig und friktionsfrei“. Kontrolliert wird im regulären Streifendienst; wie viele Verkehrssünder die Exekutive bisher herausgefischt hat, ist unbekannt - „gesonderte statistische Daten werden dazu nicht erhoben“, heißt es. Die Stadt selbst stellt fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Wachdienstes dazu ab, an neuralgischen Stellen Kfz-Lenkern zu helfen.
Der wahre Elchtest der Sommersperre dürfte Salzburg aber noch bevorstehen. Im August kommen üblicherweise besonders viele Tagesgäste oder Ausflügler in die Landeshauptstadt. Entsprechend alarmiert zeigt sich Schiester bereits jetzt. „Ich halte verstärkte Kontrollen im August für wichtig. Auch als klares Signal, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden müssen.“
Welche Ausnahmen gibt es?
Die Regelung gilt vorerst bis 31. August, bei Erfolg wird sie kommendes Jahr wohl erneut in Kraft gesetzt. Die Liste derer, die vom Einfahrtverbot ausgenommen sind, ist lang. Zu ihnen zählen unter anderem Lieferanten oder Pendler mit Bestätigung des Arbeitgebers oder Gäste der Festspiele, die Tickets vorweisen können. Auch Hotelgäste dürfen in die Zone einfahren, vorausgesetzt, sie können Buchungen vorweisen. Auch Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Bezirke sind ausgenommen.
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