Wie teuer wird der Alltag: Vier Landeshauptstädte im Gebührencheck

Parken in den Innsbrucker Innenstadt
Müll, Wasser, die Hundesteuer, der Eintritt ins Hallenbad und das Öffi-Ticket: Was wird 2026 teurer und welche Abgaben bleiben gleich?

Keine politische Ebene ist so nahe dran am Bürger wie die kommunale. Unmut bekommen Entscheidungsträger mitunter persönlich zu hören. Selbst in Zeiten angespannter Budgets wird da von Regierenden nur ungern an der Abgabenschraube gedreht. 

In Graz ist man bereits vor 14 Jahren dazu übergegangen, die Gebühren für Wasser, Kanal und Müllentsorgung automatisch jedes Jahr auf Grundlage des Verbraucherpreisindexes anzuheben. Auch die Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ hält daran fest, hat die Erhöhungen bisher nur 2022 ausgesetzt – im Jahr nach dem Amtsantritt und der hohen Teuerung. 

In Linz hat man sich heuer ebenfalls auf einen Verzicht auf Gebührenerhöhungen verständigt. In Innsbruck und Salzburg sieht es anders aus. Aber der Reihe nach.

++ THEMENBILD ++ GEBÜHRENERHÖHUNGEN

Was die Bürger für ihren Müll zahlen, ist von Stadt zu Stadt verschieden

Müll kommt bis zu 9 Prozent teurer

Rund um die Feiertage werden die Restmülltonnen wieder übergehen. In Innsbruck werden die Kosten für die Entsorgung je nach Tarifposten um 8,5 bis 9 Prozent steigen. In Graz sind es – wie bei anderen Abgaben  – vier Prozent. Das ist auch der Satz, um den die Stadt Salzburg die sogenannte Abfallwirtschaftsgebühr erhöht. 

In Linz wird für das kommende Jahr generell auf Gebührenerhöhungen verzichtet, so auch beim Müll. Ein Vergleich zwischen den Landeshauptstädten, wie teuer Bürger ihren Müll bezahlen, lässt sich kaum ziehen. Zu unterschiedlich sind die Tarifmodelle aufgebaut. 

Salzburg sieht sich selbst im Preisvergleich zu Linz, Innsbruck und Graz als günstigste Stadt. Die pauschale Jahresgebühr für eine wöchentlich entleerte 120-Liter-Tonne liegt ab 2026 bei 258,44 Euro.

Ein Glas wird mit frischem, sprudelndem Wasser aus einem Wasserhahn gefüllt.

Wasser kostet, wenn es rausfließt und wenn es abfließt.

Das Wasser kostet immer doppelt

Es kommt bei der einen Leitung rein und fließt bei der anderen raus. Beim Wasser kostet nicht nur der Verbrauch, sondern auch die Abfuhr des Abwassers. In Salzburg bleibt die daraus resultierende Kanalabwassergebühr mit 2,48 Euro pro Kubikmeter 2026 gleich hoch wie bisher. Auch der Preis für das Wasser aus der Leitung wird nicht erhöht. 

In Innsbruck heben die städtischen IKB für den Kanal 2,86 Euro ein. In Graz werden den Haushalten Pauschalsätze verrechnet. Ab 1.1. werden pro Jahr und WC 262,10 Euro Kanalgebühr  fällig – ein Plus von rund 9,2 Euro. 

Da kommen die Linzerinnen und Linzer vergleichsweise günstig davon. Sie zahlen 213,88 Euro pro Klo und Jahr. Dieser Tarif bleibt 2026 übrigens gleich, genauso wie jener, der für das Wasser aus der Leitung verrechnet wird.

++ THEMENBILD ++ HAUSTIER / HUND

Nicht in jeder Gemeinde wird eine Hundesteuer fällig

Wo der Hund für Halter kein Luxus ist

Die Österreicher lieben ihre Haustiere, wissen aber auch, dass diese Liebe nicht umsonst ist. Das fängt beim täglichen Futter an und hört bei Rechnungen für Tierarztbesuche auf. Für Hunde wird in den Gemeinden meist eine Steuer für die Haltung fällig. 

Graz ist anders, da heißt es seit 2019: Hunde leben steuerfrei – es wird also keine Abgabe für die Tiere eingehoben. Die Stadt Innsbruck verlangt 2026 pro Jahr und Hund 136,80 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um 6 Euro. 

In Linz bleibt  die Hundesteuer 2026 gleich, Wachhunde und Hunde, die zur Ausübung eines Berufes oder Erwerbes notwendig sind, bleiben bei 10 Euro, alle anderen Hunde  bei  54 Euro pro Jahr. Nichts ändert sich in Salzburg für Hundebesitzer.  Der erste Hund kostet 50 Euro, der zweite 90 und jeder weitere 120 Euro.

Eine blaue Straßenbahn der LINZ AG hält an einer Haltestelle.

3,20 Euro kostet der Einzelfahrschein in Linz, Innsbruck und Graz. Nur Salzburg ist billiger.

Einmal einsteigen macht 3,20 Euro

Der öffentliche Verkehr in Österreichs Städten wird von Unternehmen der öffentlichen Hand gemanagt, bei denen die Kommunen in der Regel Mehrheits- oder zumindest Miteigentümer sind. Die Preisgestaltung ist somit zumindest indirekt ein Politikum. 

Am besten vergleichen lassen sich die Tarife für Einzelfahrkarten. In Innsbruck erfolgen Anpassungen grundsätzlich mit 1. April, so auch 2025 wo es beim Einzelticket für Busse und Straßenbahnen von 3 auf 3,20 Euro raufging.

Das ist auch der aktuelle Tarif in Graz, der im Juli um 10 Cent angehoben wurde. Bei 3,20 reiht sich auch Linz in die Riege der Tagestickets ein. Die Einzelfahrkarte der Stadt Salzburg wird mit heute um 10 Cent erhöht, kostet dann 2,50 Euro – und ist somit noch immer ungeschlagen am günstigsten

Two senior friends hanging out together in the swimming pool.

Schwimmen hält Jung und Alt fit.

In den Bädern dreht sich die Preisspirale

Zunächst die Corona- und dann die Energiekrise haben viele kommunale Betreiber von Hallenbädern ins Schwitzen gebracht. In  Salzburg wird das Schwimmen in den städtischen Bädern mit Jahreswechsel „aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen“ um vier Prozent teurer. Aktuell kostet ein Eintritt im AYA-Hallenbad 6 Euro für Erwachsene. 

Die zahlen in Innsbruck für ein Vier-Stunden-Ticket je nach Hallenbad zwischen 9 und 12,20 Euro. Diese Preise steigen nun um 5 Prozent.  Man habe im Tirol-Vergleich „Aufholbedarf“, heißt es von den IKB. In Graz ist das Schwimmen ähnlich teuer: Der Tageseintritt ins Bad zur Sonne liegt bei 8,40 Euro, im Austerbad sogar bei 9,90 Euro.  

Einzig in Linz bleiben die Preise  2026 gleich. Der Tageseintritt für einen Erwachsenen: 5,60 Euro. 

++ THEMENBILD ++ PARKEN / PARKGEBÜHREN / PARKSCHEIN / AUTO / MOBILITÄT / PARKSCHEINAUTOMAT / GEBÜHREN / KURZPARKZONE

Die Parkgebühren reichen in den Städten von 2 Euro bis 3,40 Euro pro Stunde.

Wo das Parken um einiges teurer wird

Zehn Jahre ist es her, dass in Salzburg zuletzt die Parkgebühren erhöht wurden. Umso kräftiger wird der Preissprung, den die Stadt  nun verordnet. Eine Stunde in der Kurzparkzone schlägt ab dem neuen Jahr mit 2,20 Euro zu Buche. Davor waren es 1,50 Euro. Von der Stadt heißt es, man ziehe mit Innsbruck gleich. 

Dort wurde der Stundentarif erst im April um 20 Cent erhöht. Als teuerstes Kurzparkzonenpflaster Österreichs hat bis zum 1. 1. 2025 Graz gegolten. Da hatte Wien mit der steirischen Landeshauptstadt auf 2,60 Euro pro Stunde gleichgezogen und überholt diese nun mit Jahreswechsel. 

Im neuen Jahr wird eine Kurzpark-Stunde in der Bundeshauptstadt 3,40 Euro kosten. In Linz sind es 2 Euro, der im Vergleich dieser Städte günstigeste Tarif. Das bleibt auch 2026 so.

Kommentare