Ausgebremste Tagestouristen: Sommer-Sperre für Pkw in Salzburg
Einfahrverbote fürs Zentrum (Symbolbild)
Die Stadt Salzburg macht nun ernst und verbannt Autos von Tagestouristen aus dem Zentrum: Im Juli und August sind der Bereich um die Kais, die Staatsbrücke und das Neutor für sie tabu. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) kündigte die Maßnahme im Mai an und nahm sich die „zona a traffico limitato“ italienischer Städte zum Vorbild.
„Bis ins Wohnzimmer“
„Wir haben in der Vergangenheit die Touristen de facto bis in unser Wohnzimmer fahren lassen“, begründete Auinger: „Ich kenne das aus keiner anderen Stadt.“
Rund 1.000 Kfz-Fahrten weniger soll es durch das Einfahrverbot geben. Im Gegenzug wurden auf vier Park-&-Ride-Plätzen günstiges Parken eingerichtet: 7,50 Euro pro Tag und Auto, inbegriffen im Preis sind fünf Fahrtkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel.
Für wen gelten Ausnahmen?
Weiterhin mit dem Pkw ins Zentrum fahren dürfen Hotelgäste, die Buchungen nachweisen können, Lieferanten oder Pendler, die einen Job in der Altstadt haben, sie brauchen eine Bestätigung des Arbeitsgebers. Eine Ausnahme gilt auch für Patienten, die zum Arzt müssen, und Gäste der Salzburger Festspiele, wenn sie Terminbestätigungen bzw. Tickets vorweisen können. Details und Formulare hat die Stadt auf ihrer Homepage zusammengefasst.
Ausnahmen gibt es auch für Bewohnerinnen und Bewohner des Zentralraums Salzburg-Stadt, der recht weit gefasst wurde: Wer mit Kennzeichen aus den Salzburg-Umgebung und Hallein sowie den Berchtesgadener Land in Bayern unterwegs ist, muss nicht auf die Park-&-Ride-Flächen ausweichen.
Wer kontrolliert?
Vorerst kontrollieren Polizei und ein Wachdienst stichprobenartig. Wer mit dem falschen Kennzeichen erwischt wird und nicht unter einer der Ausnahmen fällt, riskiert Geldbußen von bis zu 80 Euro. Auf lange Sicht wäre dann eine automatisierte Zufahrtskontrolle der nächste Schritt der Stadtregierung. Die StVO erlaubt seit kurzem die Videoüberwachung definierter Zonen.
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