Chronik
29.07.2017

Säugling im Spital gestorben: Kindsvater sitzt jetzt in U-Haft

Ermittlungen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Mann war bereits wegen Misshandlung in Haft.

Nach dem Tod eines knapp vier Monate alten Säuglings ermittelt die Polizei in Niederösterreich wegen des Verdachts der schweren Kindesmisshandlung. Vor rund zehn Tagen ist das Baby im Wiener Donauspital an schweren Kopfverletzungen gestorben. Der Vater das Kindes sitzt nun in U-Haft.

Das Kleinkind aus dem Bezirk Mistelbach war am 16. Juli mit dem Notarzthubschrauber ins Spital geflogen worden. Die Eltern hatten an diesem Sonntag Vormittag selbst die Rettung alarmiert. Sie gaben an, dass die Atmung des Babys in der Wohnung ausgesetzt habe. Das Kind wurde vor Ort reanimiert. Im Donauspital stellten die Ärzte jedoch schwere Kopfverletzungen fest. Zwei Tage lang versuchten sie das Leben des Säuglings zu retten. Doch die Verletzungen waren zu massiv. Den Ärzten drängte sich der Verdacht der Misshandlung auf. Sie alarmierten die Polizei.

Das Landeskriminalamt NÖ und die Staatsanwaltschaft Korneuburg leiteten Ermittlungen gegen die Eltern ein. Der Vater wurde wegen Verdachts der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang in U-Haft genommen, wie die Staatsanwaltschaft auf KURIER-Anfrage mitteilte. Die Mutter ist auf freiem Fuß.

Sie soll insgesamt vier Kinder haben, zwei stammen von dem tatverdächtigen Vater. Derzeit warten die Ermittler auf ein Gutachten, dass die Ursache der schweren Verletzungen klären soll.

Die Kronen Zeitung berichtet indes, dass der Vater schon einmal eines der Kinder misshandelt hat. Er soll einem wenige Wochen alten Kind den Oberschenkel gebrochen haben. Dafür saß er im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Verurteilung wegen Körperverletzung am Landesgericht St. Pölten, der Mann sei bedingt aus der Haft entlassen worden.

Kinder abgenommen

Die Mutter dürfte erst vor wenigen Monaten mit ihren vier Kindern in den Weinviertler Ort gezogen sein, wie die Bürgermeisterin berichtet. Die BH hat mittlerweile die Abnahme der überlebenden drei Kinder verfügt.

Nähere Details wollte die Polizei nicht bekannt geben. Nächsten Woche sollen erste Ermittlungsergebnisse vorliegen, kündigte ein Sprecher an.