Chronik
24.05.2017

Pläne um neue Imam-Schule lassen Wogen hochgehen

Schmuckfarbe. Schwarzer Text...

Linz.Ein Spendenaufruf für die Einrichtung einer privaten Imam-Schule sorgt in Linz für Aufregung. Das Neue Volksblatt berichtete, dass die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) mit Zentrale in Kerpen in Deutschland eine globale Spendenaktion initiiert habe, mit der Projekte in Europa finanziert werden sollen, darunter die Mescidi Aksa Moschee in Wien-Liesing und das Vorhaben "Regionalzentrum Linz und Imam Hatip Schule – Für eine gesunde und tugendhafte Gesellschaft".

Die Zeitung zitiert das Urteil des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz über IGMG: "Ihr erklärtes Fernziel ist ... die weltweite Einführung einer islamischen Staats- und Gesellschaftsordnung nach dem Vorbild des alten osmanischen Reichs unter Führung der Türkei."

Als Standort für das Projekt in Linz ist in dem Spendenaufruf die Zentrale der Austria Linz Islamische Föderation (Alif) genannt. Der Linzer Alif-Obmann Resul K. sein, der in OÖ als Islamlehrer tätig ist, war für den KURIER nicht erreichbar. Gegenüber dem Volksblatt war er kurz angebunden und behauptete, dass ihn Milli Görüs nicht interessiere. Harun Erciyas, Sprecher von Alif-Wien, sagte, dass er vom Projekt in Liesing nichts wisse.

In Linz nahmen die Vizebürgermeister Detlef Wimmer, FPÖ, und Bernhard Baier, ÖVP, vehement gegen das Projekt Stellung. Für die Heranbildung des islamischen geistlichen Nachwuchses gebe es eine theologische Ausbildung an der Uni Wien, erklärte Baier. Zudem sei das Linzer Alif-Haus widmungsrechtlich nicht als Gymnasium vorgesehen. Die ÖVP vermerkte auch, dass Alif 2015 eine Wahlempfehlung für SPÖ-Politiker abgegeben hat. Der Linzer SPÖ-Fraktionschef Stefan Gigler konterte scharf: Es werde keine Willkürakte, sondern strenge rechtliche Prüfungen geben, sagte er.