Lokalbahn rammte Auto: Eine 80-Jährige kam am Samstag ums Leben

© FF Mittersill

Salzburg
09/26/2016

Zwei schwere Unfälle in zwei Monaten: Landesbehörde prüft Eisenbahnkreuzung

Zug der Pinzgaubahn erfasste am Wochenende ein Auto. Schon Ende Juli gab es an selbem Übergang eine Kollision.

von Thomas Sendlhofer

Kollisionen.Nach dem neuerlichen Zusammenstoß der Pinzgaubahn mit einem Pkw beim Bahnhof Mittersill soll die Sicherheit der unbeschrankten Eisenbahnkreuzung überprüft werden. Ein 84-jähriger Autolenker aus Mittersill hatte am Samstag das Rotlicht übersehen und wurde von der Zuggarnitur erfasst. Für seine 80-jährige Frau, die am Beifahrersitz saß, kam jede Hilfe zu spät.

Der Unfall vom Wochenende war der zweite binnen weniger Wochen: Ende Juli wurde das Auto einer arabischen Urlauberfamilie von einem Zug der Lokalbahn erfasst. Die sieben Insassen wurden dabei verletzt.

"Ich habe am Montag die Eisenbahnbehörde angewiesen, zu überprüfen, ob die Sicherheit erhöht werden kann. Eine Möglichkeit wäre eine Schrankenanlage", sagt der zuständige Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG). Allerdings könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass die Unfälle mit einem Schranken verhindert worden wäre, meint Mayr.

Er verweist auf den Neubau der Salzachbrücke, der 2018 abgeschlossen sein soll. Für Mayr wäre es denkbar, den Bau der Brücke mit der Errichtung einer Schrankenanlage zu verbinden. Von den Kosten her sei eine Schrankenanlage machbar, sagt der Landesrat.

Bis 1991 gab es an besagter Stelle bereits eine Beschrankung, heißt es auf Anfrage von der Salzburg AG, die die Pinzgaubahn betreibt. Allerdings habe die zuständige Behörde damals den Abbau der Anlage entschieden. Außerdem seien in den letzten Jahren die Eisenbahnkreuzungen auf der 53 Kilometer langen Strecke zwischen Zell am See und Krimml reduziert worden, nicht zuletzt um die Sicherheit zu erhöhen. 2008 gab es demnach noch 135 Eisenbahnkreuzungen, aktuell sind es 86.

Dennoch kommt es an unbeschrankten Bahnübergängen immer wieder zu Zwischenfällen. Seit Ende April läuft deswegen bei der Eisenbahnkreuzung Bruckberg (Zell am See) ein Versuch: Dort wurde eine Fahrspur für den Verkehr gesperrt, nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Menschen bei Kollisionen verletzt wurden.

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