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Klimaforscher: „Sind nicht blind ausgeliefert, können handeln“

Dass viele Projekte noch nicht umgesetzt seien, liege laut Steininger an fehlender Infrastruktur und mangelnder Planungssicherheit.

Die aktuelle Hitzewelle in Österreich zeigt laut Klimaforscher Karl Steininger, wie stark sich Extremereignisse bereits verschärfen. In der ZiB2 erklärte er, selbst Forschende seien von der Dynamik überrascht: „Wenn aber dann wirklich so ein Ereignis mit dieser Wucht über uns hereinbricht, sind auch wir überrascht.“

Steininger verwies auf die enorme Energiemenge der aktuellen Hitzewelle. Diese habe Auswirkungen auf Waldbrände, Infrastruktur und die Gesundheit der Menschen. Besonders der Hitzestress werde zunehmend zum Problem.

Vorbildwirkung Europas

Kritik übte der Klimaforscher indirekt an politischen Aussagen, wonach Österreich wegen seines geringen Anteils am weltweiten CO2-Ausstoß wenig bewirken könne. „Gerade wir in Österreich und Europa haben eine enorme Bedeutung, weil wir eine enorme Vorbildwirkung haben“, sagte er. Länder wie Indien würden genau beobachten, ob Europa klimaneutrale Technologien erfolgreich umsetze.

Als Beispiele nannte Steininger Innovationen in der Zementindustrie, neue Verfahren im Stahlsektor sowie Gebäudetechnologien. Europa könne damit wirtschaftlich profitieren. „Und das sind Technologien, wo wir in Europa wirklich führend sind und wo die Welt auf uns wartet.“

Forderung an Politik

Dass viele Projekte noch nicht umgesetzt seien, liege laut Steininger an fehlender Infrastruktur und mangelnder Planungssicherheit. Er verwies etwa auf notwendige Stromleitungen für die Industrie sowie auf klare politische Rahmenbedingungen wie ein Klimaschutzgesetz.

Mit Blick auf kommende Sommer warnte Steininger vor weiteren Extremereignissen. „Es gibt Grenzen in der Anpassung“, sagte er. Neben Hitzeaktionsplänen brauche es deshalb Maßnahmen gegen die Ursachen des Klimawandels. Zugleich betonte er: „Wir sind nicht blind ausgeliefert, wir können handeln.“

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