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Chronik Österreich
07/30/2020

Corona holt den Wörthersee ein: Bädersprecher fordert Maskenpflicht

Eine junge Vorarlbergerin wurde nach einem Urlaub in Velden positiv getestet. Die Infektionsquelle ist unklar.

von Christian Willim, Nikolaus Tuschar

Mit St. Wolfgang hatte zuletzt einer der bekanntesten Tourismusorte Österreichs mit einem Corona-Cluster zu kämpfen. Nun gibt es auch für Velden am Kärntner Wörthersee - einen nicht minder bekannten Seeort - schlechte Nachrichten. Wie das Land Vorarlberg am Mittwochabend mitteilte, war unter den Neuinfektionen "eine Urlaubsrückkehrerin aus Kärnten".

Laut KURIER-Informationen soll die junge Frau aus Velden gekommen sein, was am Donnerstag auch von Bernd Riepan, Bezirkshauptmann Villach-Land, bestätigt wurde. Am Mittwoch wurde sie positiv auf Covid-19 getestet.

Weiters ergab eine KURIER-Recherche, dass sich die Vorarlbergerin rund drei Tage in Velden aufhielt.

Geschlossener Kreis

Laut Riepan hat die Vorarlbergerin mit weiteren Personen geurlaubt: "Das war ein geschlossener Kreis." Das Contacttracing sei bereits abgeschlossen. Alle engen Kontaktpersonen seien abgesondert, so der Bezirkshauptmann.

Laut Landespressedienst verbrachte die Vorarlbergerin den Urlaub in einer Ferienwohnung. Für Hotelgäste kann daher Entwarnung gegeben werden. Ihre Kontaktpersonen kämen nicht aus Kärnten, hieß es. Erste Symptome traten bei der Urlauberin erst in Vorarlberg auf. Was zu denken gibt: Die Infektionsquelle ist noch unbekannt.

Bereits vor drei Wochen wurde in Velden und anderen Kärntner Tourismusorten ein Maskenpflicht für den öffentlichen Raum verordnet.

Die nun positiv getestete Urlauberin soll sich in Velden sowohl im Strandbad, als auch in Lokalen aufgehalten haben. Es ist der zweite Corona-Fall am Wörthersee, der innerhalb kürzestes Zeit bekannt wird.

Angst vor Sommer-Ischgl

Erst vor wenigen Tagen hatte Kärntens Hoteliersprecher Wolfgang Kuttnig im KURIER-Gespräch anlässlich des Clusters Wolfgangsee und der Debatte über die spärlichen Testungen in der Tourismusbranche gemeint: „Wir fürchten alle ein Sommer-Ischgl.“

Davon kann aber zumindest im Moment rund um den Wörthersee und in Kärnten keine Rede sein. Mit einer heute vom Landespressedienst bekannt gegebenen Neuinfektion in Villach, hält das Bundesland aktuell bei zehn Infizierten.

Praktikant war nicht im Dienst

Am Mittwoch meldete das Land Kärnten, dass ein Praktikant der Klagenfurter Stadtwerke, der im Strandbad für die Badeaufsicht gearbeitet hatte, positiv auf Covid-19 getestet wurde. Nach Einschätzung der Landessanitätsdirektion sei die Ansteckungsgefahr für Badegäste gering, weil Kontakte nicht nah gewesen seien und im Freien stattgefunden hätten.

Der Praktikant sei außerdem die vergangenen beiden Tage planmäßig nicht im Dienst gewesen, hieß es. Nun sei er in häuslicher Quarantäne, ebenso vier weitere Strandbad-Mitarbeiter, die Kontakt mit ihm hatten. Laut den Stadtwerken wurden vor zwei Wochen alle Mitarbeiter - auch der jetzt betroffene Praktikant - negativ auf das Coronavirus getestet.

Alle Mitarbeiter sollen nun neuerlich auf Covid-19 getestet werden. Als erste Maßnahme wurde für alle Strandbad-Mitarbeiter bis auf weiteres eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz verordnet.

Bädersprecher für Maskenpflicht

Geht es nach Kärntens Bädersprecher Valentin Happ, sollten diesem Beispiel auch andere Betriebe folgen. Für ihn wäre es als erste Maßnahme wichtig, dass Mitarbeiter eine Maske tragen und in zweiter Linie auch die Besucher. „Vor allem bei Plätzen wo man sehr eng zusammensteht, wie zum Beispiel bei der Kassa und beim Eingang, bin ich für das verpflichtende Tragen der Masken.“

Das Maskentragen müsse wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden, sagt er. "Das Tourismusland Kärnten kann sich keinen Fall in den Strandbädern leisten. Der Coronavirus ist nicht auf Urlaub sondern immer noch da – und die Hygienevorschriften beziehungsweise Sicherheitsabstand müssen eingehalten werden, wie es auch in Supermärkten Banken und Tankstellen der Fall ist."

Hitze und Hochsaison lassen es in Kärntens Strandbäder dieser Tage eng werden. Sie werden regelrecht gestürmt.

Kärntens VP-Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig sagt zu dem nun bekannt gewordenen Fall der infizierten Urlauberin aus Vorarlberg: „Die Behörden arbeiten es professionell ab. Es zeigt sich, wie wichtig es war, entschlossen vorzugehen und bereits präventiv Maßnahmen, wie die Maskenpflicht, zu setzen. Das tun wir auch weiterhin. Wir tun alles, damit Urlaub in Kärnten weiterhin sicher bleibt“