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Chronik | Österreich
05/03/2019

Wintereinbruch am Wochenende: "Autofahrer müssen aufpassen"

Im Westen und Norden Österreichs kann es schneien. Winterreifen werden dann Pflicht. Manche Pflanzen sollten wieder ins Haus.

"Es wird am ersten Mai-Wochenende einen außergewöhnlichen Kälteeinbruch geben", sagt Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst UBIMET. Am Samstag erreicht eine markante Kaltfront das Land von Norden her. Dabei kommt Luft aus der Arktis bis nach Österreich. Zugleich bildet sich über Norditalien ein Tiefdruckgebiet, das Niederschläge zur Folge hat. Im Laufe des Tages regnet es verbreitet, vorerst schneit es aber nur im Mittelgebirge.

Bei Glätte verlängert sich selbst mit Winterreifen der Bremsweg erheblich

„Mit Einsickern der Kaltluft von Deutschland her muss man ab dem späten Nachmittag in den Nordalpen - beginnend in Vorarlberg - schon bis 1000 Meter hinab mit Schneefall rechnen“, so der Meteorologe. „In der Nacht auf Sonntag sinkt die Schneefallgrenze sogar auf 600 bis 400 Meter ab, wenige Zentimeter Nassschnee könnten sich also auch im Rhein- und Inntal ausgehen.“ Deutlich winterlichere Bedingungen stellen sich in den etwas höher gelegenen Tälern der Nordalpen ein. Oberhalb von 800 bis 1000 Meter sind nach derzeitigem Stand fünf bis 15 Zentimeter Neuschnee möglich. Die Höchstemperaturen liegen österreichweit bei neun, in den Bergen bei zwei Grad.

Gefahr für Autofahrer

Schneien wird es vor allem zwischen Nordtirol und dem Salzkammergut. Auf dem Brenner und der Tauernautobahn sind sogar bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Das kann für Autofahrer gefährlich werden. Zudem besteht die Gefahr, dass von Bäumen Äste abbrechen, da der Schnee nass und schwer sein wird und die Bäume schon Blätter tragen. Darauf bleibt der Schnee leicht liegen.

Beim Verkehrsclub ARBÖ rechnet man daher vemehrt mit Unfällen. Sobald eine Winterfahrbahn besteht, also Schnee, Eis oder Matsch auf der Straße liegen, sollen aus juristischer Sicht wieder Winterreifen montiert werden, erklärt der Verkehrsjurist Gerald Hufnagel.

Versicherung steigt aus

Wenn eine Winterfahrbahn besteht und keine Winterreifen montiert wurden, kann eine Kaskoversicherung auf grobe Fahrlässigkeit plädieren und muss nicht für Schäden aufkommen. Auch die Haftpflichtversicherung wird sagen, dass das Risiko erhöht wurde und erbrachte Leistungen zurückfordern, warnt der Jurist. In der situativen Winterreifenpflicht, die bis 15. April besteht, sieht das Gesetz eine Strafe von bis zu 5.000 Euro vor. "Jetzt wird dem Lenker aber eine allgemeine Verantwortung zugeschrieben, sich und andere nicht zu verletzen", sagt Hufnagel.

Schwierige Prognosen

Die niedrigen Temperaturen könnten für junge Pflanzen gefährlich werden. "Bei Obstbäumen könnte auch die Bestäubung durch Insekten unterbrochen werden", sagt Andreas Fellner von der Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn

Südfrüchte wie Paradeiser, Paprika oder Gurken könnten durch die niedrigen Temperaturen beschädigt werden. Für andere heimische Pflanzen bestehe, solange es keine Minusgrade gibt, "eher keine Gefahr", sagt der Experte. Typische Balkonblumen sollten aber wieder ins Haus gebracht werden.

Der Meteorologe Nikolas Zimmermann erklärt, dass im Frühjahr Wetterprognosen grundsätzlich schwierig sind, da die Bandbreite der möglichen Einflüsse groß sei.