Landwirtschaftsministerium: Winter zu mild und trocken
Zusammenfassung
- Der Winter in Österreich war zu mild und zu trocken, mit rund 22 Prozent weniger Niederschlag und unterdurchschnittlichen Schneemengen.
- Abflüsse der Fließgewässer und Grundwasserstände lagen vielerorts unter dem langjährigen Durchschnitt, erst der Februar brachte mit 40 Prozent mehr Niederschlag eine leichte Entspannung.
- Eine nachhaltige Erholung der Grundwasserstände ist kurzfristig unwahrscheinlich, da Prognosen weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen und wenig Niederschlag erwarten lassen.
Der vergangene Winter war in Österreich insgesamt zu mild und zu trocken, zeigen aktuelle Auswertungen des Landwirtschafts- und Umweltministeriums (BMLUK) am Samstag.
Überdurchschnittliche Temperaturen, ein Niederschlagsdefizit sowie geringe Schneemengen hatten starken Einfluss auf die hydrologische Situation der vergangenen Monate. Besonders die Monate Dezember und Jänner waren deutlich zu trocken, erst der Februar brachte ergiebige Niederschläge.
Im Durchschnitt lag die Lufttemperatur der Wintermonate Dezember bis Februar um rund plus 1,3 Grad Celsius über dem klimatologischen Mittel der Periode 1991 bis 2020, während österreichweit etwa 22 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt fiel. Die Schneemengen lagen laut Ministerium über nahezu alle Höhenstufen hinweg unter dem langjährigen Mittel. Damit würde im Verlauf des Winters nur ein eingeschränkter saisonaler Schneespeicher zur Verfügung stehen. "Dieser ist ein wichtiger Faktor für die Grundwasserneubildung im Frühjahr. Hydrologisch spiegelte sich die trockene Witterung in überwiegend niedrigen Abflüssen der Fließgewässer und unterdurchschnittlichen Grundwasserständen wider", wurde in dem Bericht beschrieben.
Grundwasserstände unter langjährigem Niveau
Besonders im Dezember und Jänner wiesen zeitweise rund 60 bis 70 Prozent der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Abflüsse auf, rechnete das Ministerium vor. Auch die Grundwasserstände lagen zeitweise an rund 60 Prozent der Messstellen unter dem langjährigen Niveau.
Der Februar verlief deutlich milder als üblich und brachte gleichzeitig ergiebige Niederschläge. Österreichweit fielen rund 40 Prozent mehr Niederschlag als im langjährigen Monatsmittel. In Kombination mit einsetzender Schneeschmelze führte dies regional zu erhöhten Abflüssen. Vereinzelt wurden Abflussspitzen bis zum Niveau eines einjährlichen Hochwassers (HQ1) beobachtet. Auch die Grundwassersituation entspannte sich zum Monatsende etwas. Der Anteil der Messstellen mit niedrigen Niveaus ging Ende Februar auf etwa 35 Prozent zurück, so das Ministerium.
Totschnig: "Wasserhaushalt reagiert sensibel"
"Die Entwicklung dieses Winters zeigt, wie sensibel unser Wasserhaushalt auf Temperatur- und Niederschlagsveränderungen reagiert. Umso wichtiger ist es, unsere Wasserressourcen laufend zu beobachten und Trends frühzeitig zu erkennen, damit Österreich auch in Zukunft über ausreichend und qualitativ hochwertiges Wasser verfügt", sagte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP). "Deshalb investieren wir kontinuierlich in den langfristigen Schutz unserer wertvollen Wasserressourcen."
Der Winter 2025/2026 war ähnlich wie der Winter 2024/2025 zu mild und zu trocken, allerdings fiel das Niederschlagsdefizit heuer deutlich geringer aus. Dennoch bestehen zu Beginn des meteorologischen Frühlings regional weiterhin unterdurchschnittliche Grundwasserstände. Die Niederschläge im Februar konnten die zuvor entstandenen Defizite nur teilweise ausgleichen.
Aktuelle Prognosen der Geosphere Austria deuten bis zur Monatsmitte auf überdurchschnittliche Temperaturen und niederschlagsarmes Hochdruckwetter hin. Eine nachhaltige, überregionale Erholung der Grundwasserstände sei kurzfristig unwahrscheinlich, hieß es.
Bericht des BMLUK zum Wasserhaushalt Österreichs im Winter 2025/2026 (externer Link)
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