Die rund 420 Beamten des EKO Cobra üben stets für den Ernstfall

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Chronik Österreich
01/11/2021

Wie sich die Spitze der Cobra neu aufstellt

Österreichs Cobra-Beamte erhalten einen neuen operativen Chef. Mit weitreichenden Folgen.

von Anja Kröll

Führungserfahrung, österreichische Staatsbürgerschaft, umfassende Kenntnisse der Rechtsvorschriften und Entscheidungsfreudigkeit: Es sind nur einige Punkte, die in der Ausschreibung für einen der Topjobs beim Einsatzkommando Cobra/Direktion für Spezialeinheiten (EKO Cobra/DSE) aufgelistet sind. Seit Kurzem wird offiziell nach einem neuen Österreich-Chef für die operative Leitung der Spezialeinheit gesucht.

Diese hatte bis zu seinem Tod Walter Weninger inne. Der gebürtige Steirer war im vergangenen September nach schwerer Krankheit im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Noch bis 18. Jänner läuft die Bewerbungsfrist für Weningers Nachfolger.

Zur Erklärung: Bereits im Jahr 2013 war es zu einer umfassenden Organisationsreform des EKO Cobra gekommen. Die Spezialeinheit ist seither Teil der Direktion für Spezialeinheiten/DSE, gemeinsam mit anderen Spezialkräften der Polizei wie etwa den Observationseinheiten oder dem Entschärfungsdienst.

Direktor bleibt

An der Spitze der Direktion für Spezialeinheiten selbst verändert sich nichts. Direktor bleibt Bernhard Treibenreif. Doch für die Nachfolge des operativen Teils dreht sich das Personalkarussell heftig. Laut Insidern gelten vor allem drei Kandidaten als besonders aussichtsreich: Hannes Gulnbrein, Detlef Polay und Gerald Haider.

Kandidat eins: Hannes Gulnbrein wurde 2017 zum Standortkommandanten in der Cobra-Zentrale in Wiener Neustadt und stellvertretenden Abteilungsleiter von Weninger. Zuvor hatte er zwölf Jahre lang das Kommando des Standorts der Cobra in Wien über.

Kandidat zwei: Detlef Polay ist aktueller Kommandant des Cobra-Standortes in Wien und gilt als Experte, wenn es um Krisenbewältigung geht. Ob nach dem Amoklauf des Wilderers von Annaberg oder im Corona-Krisenstab der Regierung, Polay wird immer dann gerufen, wenn es um heikle Kommunikationsthemen geht.

Kandidat drei: Gerald Haider, verantwortlich für internationale Angelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit im Hauptquartier der Cobra in Wiener Neustadt soll ebenso im Rennen sein.

Dominoeffekt

Besonders Gulnbrein räumen Insider beste Chancen auf Weningers Nachfolge ein. Der 62-Jährige gilt als erfahrener Experte und hat Weningers Agenden schon während dessen krankheitsbedingter Abwesenheit erfolgreich übernommen. Sollte sich der gebürtige Steirer Gulnbrein durchsetzen, dürfte es zu einer Art Dominoeffekt bei anderen Schlüsselpositionen der Spezialeinheit kommen.

Ein mögliches Szenario: Wird Gulnbrein Österreich-Chef der Cobra, könnte auf seine bisherige Stellvertreter- und Standortleiter-Position in Wiener Neustadt der Wien-Kommandant Detlef Polay nachfolgen. Der 59-Jährige soll seine Bewerbung dem Vernehmen nach bereits fertig haben. Somit würde wiederum die Position des Wiener-Kommandanten der Spezialeinheit vakant werden. Hierfür war bereits 2017 Peter Scheibner als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gehandelt worden. Polay aus dem Hauptquartier in Wiener Neustadt sollte am Ende aber das Rennen machen.

Eine weitere Variante im Postenkarussell, die laut Insidern denkbar ist: Der 49-jährige Haider könnte Gulnbreins Stellvertreter werden und in den Jahren bis zu dessen Pensionierung als operativer Chef aufgebaut werden.

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