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Chronik Österreich
09/04/2019

Wie in Salzburg mit 50 Millionen Euro ein Großskigebiet entsteht

Durch die Großinvestition schließen sich die Skigebiete Flachau und Wagrain mit Flachauwinkl und Kleinarl zusammen.

von Matthias Nagl

Salzburg bekommt ein neues Riesenskigebiet. Die schon bisher im Snow Space Salzburg vereinten Skigebiete Wagrain, Flachau und St. Johann schließen sich mit der Skischaukel Flachauwinkl/Kleinarl zusammen. Mit einer kurzen Busverbindung von 400 Metern Länge Richtung Zauchensee entsteht dadurch ein Skigebiet mit 205 Pistenkilometern.

Der Verbund Snow Space Salzburg investiert dafür 44 Millionen Euro in zwei neue Seilbahnen, Flachauwinkl/Kleinarl beteiligt sich mit sechs Millionen Euro. „Größe ist für uns kein Selbstzweck“, sagte Wolfgang Hettegger, Vorstandsvorsitzender von Snow Space Salzburg, am Dienstag beim Spatenstich für die Investitionen. In gut einem Jahr, im Dezember 2020, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein und die Verbindung eröffnet werden.

Entlang des Berggrats

„Größe bedeutet Vielfalt, sie ist der Schlüssel zur Abwechslung“, meinte Hettegger. Das Pistenangebot sei eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für die Nächtigungsgäste. Deshalb solle die gesamte Region von der Investition profitieren. „Wir geben den touristischen Unternehmern in unserem Gebiet Sicherheit für ihre Investitionen“, erklärte der Seilbahn-Chef.

Mit den neuen Seilbahnen soll die Aufnahmekapazität des Skigebiets deutlich erhöht werden. Herzstück der Investition ist der Neubau der „Flying Mozart“ Gondelbahn um 38 Millionen Euro. Dadurch erhöht sich die Kapazität von 2.500 auf 4.000 Wintersportler pro Stunde. Die neue Seilbahn wird mit der erst 2013 eröffneten G-Link-Pendelbahn verbunden.

Für den Zusammenschluss der Skigebiete verantwortlich ist aber der Bau der Verbindungsbahn „Panorama Link“ um 12 Millionen Euro. Sie verbindet eine Bergstation im Skigebiet Flachau mit einer Bergstation von Flachauwinkl/Kleinarl. Die Fahrt entlang eines Berggrats wird acht Minuten dauern. Ab der Wintersaison 2020/21 wird es auch eine gemeinsame Tageskarte der beiden Skigebiete geben.

Fusionierung als Basis

In den kommenden zwei Jahren soll es dann zum echten Zusammenschluss mit dem Skigebiet Zauchensee kommen. Die Planungen für eine Seilbahn über die Tauernautobahn, die die Busverbindung ersetzt, sind im Laufen. Ursprünglich gab es für die Verbindung von Flachau und Zauchensee Pläne für die längste Dreiseil-Umlaufbahn der Welt. Sie hätte sieben Kilometer lang werden und mit einer Höhe von bis zu 310 Metern über Grund ebenfalls die Tauernautobahn überspannen sollen.

Durch die Fusionierung der Bergbahnen Wagrain mit den Bergbahnen Flachau zum Snow Space Salzburg unter dem Dach des mehrheitlichen Eigentümers Raiffeisenverband Salzburg vor gut zwei Jahren wurde das Vorhaben aber obsolet. Die Verbindung wird nun durch mehrere kleinere Seilbahnen verwirklicht. „Die Fusionierung hat erst den Horizont freigegeben, so ein Projekt wie den Zusammenschluss zu entwickeln“, sagte Hettegger.