Auch Bären brauchen eine Abkühlung.

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Chronik | Österreich
06/02/2015

Es wird ganz schön heiß am Wochenende

Am Wochenende steigen die Temperaturen auf bis zu 32 Grad. Schwimmen oder wandern?

Endlich Sommer: Beste Wetterverhältnisse verspricht die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) in ihrer Prognose für die Tage ab Fronleichnam am Donnerstag. "Das Wetter am Feiertag und am Wochenende wird sommerlich", sagte ZAMG-Experte Harald Seidl. "Von Donnerstag bis Sonntag erwarten uns in Österreich Höchsttemperaturen zwischen 24 und 32 Grad, und es wird recht sonnig sein."

An den Nachmittagen und Abenden sind stellenweise Gewitter möglich, aber vor allem im Bergland. Bei der dreitägigen Open-Air-Veranstaltung "Rock in Vienna" auf der Wiener Donauinsel, die am Donnerstag startet, erwarten die Besucher maximal am ersten Tag ein paar Quellwolken, die Gewitterwahrscheinlichkeit ist jedoch gering, mehr Infos zur Veranstaltung gibt es hier. Unbeständig könnte es in Wien erst ab Sonntag werden.

Doch auch zum Wandern und Bergsteigen ist das Wetter größtenteils sehr gut. "Bis über Mittag sollte es in den nächsten Tagen auf den Bergen überwiegend sonnig sein", prognostizierte Seidl, "am Nachmittag bilden sich dann vermehrt Quellwolken, und die Wahrscheinlichkeit für Gewitter steigt. Die Mittagstemperatur liegt in 2.000 Meter Höhe in den nächsten Tagen zwischen 13 und 18 Grad".

Kühler Badespaß

Die österreichischen Seen waren in den letzten Wochen aufgrund des wechselhaften Wetters hingegen noch relativ kühl und werden jetzt erst langsam wärmer. Derzeit hat zum Beispiel der Wörthersee 21 Grad, der Neusiedlersee und die Alte Donau in Wien haben 19 Grad und Attersee und Bodensee 17 Grad.

Auch außerhalb Österreichs wird es schön

Auch Städteurlauber müssen sich keine Sorgen machen, denn der Feiertag und das Wochenende verlaufen auch in weiten Teil Europas sonnig und sommerlich warm mit nur vereinzelten Gewittern. In London hat es in den nächsten Tagen laut ZAMG um die 24 Grad, in Paris bis zu 30 Grad und in Madrid sogar um 35 Grad. Die Wassertemperatur liegt im Bereich der Balearen derzeit bei 22 Grad, an der Oberen Adria um 21 und an den Küsten von Zypern bei 23 Grad.

Hier geht es zur aktuellen Wettervorschau.

Der Büro-Dresscode bei über 30 Grad

Mediziner warnt: Auswirkungen der Hitze werden unterschätzt

"Die Auswirkungen von Hitze auf den Organismus – vor allem von älteren Menschen – werden unterschätzt", sagt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, MedUni Wien: Das ist eines der ersten Ergebnisse einer Studie ("Cool towns for the elderly"), an der u. a. die Universität für Bodenkultur, die Uni Wien sowie die MedUni Wien beteiligt sind. 600 Personen aus Wien über 65 Jahren wurden dazu befragt.

Nur 15 Prozent der Personen in Pensionistenhäusern und 25 Prozent in Privatwohnungen trinken mehr als zwei Liter (Mindestmenge) täglich.

Personen, die Mittel gegen Bluthochdruck, Herzkrankheiten und für Entwässerung einnehmen, hatten bei Hitze vermehrt Herz-Kreislaufbeschwerden wie etwa Schwindel. Grund könne eine mangelnde Anpassung der Dosierung an die Hitze sein, so Hutter. Ein Beispiel: Wer zu wenig trinkt, viel schwitzt und trotzdem Entwässerungsmittel wie bisher einnimmt, trocknet rascher aus.

Bei Hitze werden mehr Medikamente gegen Unruhe und Ängstlichkeitsgefühle eingenommen.

Jeder zweite Bewohner eines Seniorenwohnhauses hatte die Fenster in der Mittagshitze geöffnet. "Das überhitzt die Wohnung.Wenn überhaupt, sollte man untertags die Fenster nur kurz öffnen und immer alle Jalousien und Vorhängen zuziehen."

Ältere Menschen schwitzen auch weniger: "Einen guten Kühleffekt hat deshalb das Besprühen der Haut mit einem Pumpzerstäuber."

Empfindliche Babys

Sehr hitzeempfindlich sind auch Babys. Bleibt die Windel trocken, ist das ein Zeichen für eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. "Ganz wichtig ist, Babys immer wieder zu trinken anzubieten", sagt Kinderarzt Peter Voitl. Bei Kindern (ebenso wie bei älteren Menschen) ist das Durstempfinden nicht sehr ausgeprägt – sie neigen deshalb dazu, auf das Trinken zu vergessen. Stehen bleibende Hautfalten sind ein Zeichen fortgeschrittener Austrocknung.

Für den Sonnenschutz gibt es Babycremen mit rein mineralischen Inhaltsstoffen.

"Symptome eines Hitzeschadens können von einem kurz dauernden Kollaps bis zu einem Hitzschlag mit lebensbedrohlicher Bewusstlosigkeit reichen", sagt Franz Mikulcik, stv. Chefarzt der Berufsrettung Wien: "Die Übergänge sind fließend."